Bretter, die das Lernen bedeuten

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Bild von StockSnap auf Pixabay

Nach einigen kleineren Pannen ist es mir heute an meiner neuen Schule endlich gelungen guten Unterricht zu machen. Ich weiß jetzt, wo meine Schüler stehen und ich bin endlich von dem Irrglauben abgerückt, dass der Frontalunterricht an sich schlecht zu bewerten ist. In seiner Metametastudie hatte Hattie herausgefunden, dass es besonders für leistungsschwächere Schüler lernwirksam ist, wenn sie direkte Instruktion erhalten, wie sie etwas lösen können und das als Modell für neue Probleme anwenden können.

Bisher vertrat ich eher den Standpunkt, dass die Schüler sich selbst die Strategien erarbeiten sollten oder diese selbst gar erfinden sollten. Doch damit hatte ich meine Schüler komplett überfordert. Mit einer Effektstärke von 0,59 zählt direkte Instruktion zu den überdurchschnittlich effektiven Lernmethoden.

Ich frage mich, warum ich diese Methode nicht schon öfter ausprobiert habe. Zum einen spielen da vermutlich falsche Vorstellungen zum Unterricht eine wichtige Rolle und zum anderen war es vielleicht auch einfach die Angst vor dem Rampenlicht. Ich stehe ungern im Mittelpunkt. Schon beim Improtheater, was ich immer ganz gern gespielt habe, mochte ich ungern allein auf der Bühne stehen.

Heute hat sich der Mut ausbezahlt. Ich konnte den Schülern etwas anbieten, ihnen helfen bei ihrem Lernfortschritt. Und es scheint sich auszubezahlen, dass ich nun anders meine Stunden plane. Jetzt, wo ich weiß, wo ich hinwill, kann ich auch viel flexibler mit den unerwarteten Schülerantworten umgehen, weil sie mich jetzt nicht mehr von meinem geplanten Bühnenstück ablenken, sondern sie als Diagnose verwende, was die Schüler noch für ihren Lernfortschritt benötigen.

Dazu passt es auch, dass ich die Lernfortschritte der Schüler für sie und für mich sichtbar machen möchte. Noch haben meine Schüler offensichtlich Probleme damit ihren Lernprozess einzuschätzen. Für die nächsten Wochen nehme ich mir vor, dass ich noch nach Methoden suchen werde, wie ich meine Schüler dabei unterstützen kann. Dazu werde ich weiter hospitieren und versuchen mich mit meinen Kollegen auszutauschen. Ebenfalls werde ich versuchen mir in der großen Stadt auch wieder einen Improkurs zu suchen, damit ich weiter meine Angst abbauen kann allein auf der Bühne zu stehen. Denn dann kann ich ebenfalls üben meine Stimmenlage zu variieren und vielleicht lerne ich dort auch nette Menschen kennen, um mir auch Halt auf der Bühne des Lebens zu geben.

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