Sex, reiner Wein und richtig gute Musik

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Bild von Concord90 auf Pixabay

Jeder Mensch hat Östrogen und Testosteron. Und jeder hat ein anderes Verhältnis. Auch die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten, bei PISA, gibt es keine signifikant unterschiedliche Performanz bei den Geschlechtern bezüglich Intelligenz. Warum es immer noch im 21. Jahrhundert so brennend verlockend ist, sich mit seinen Genitalien zu identifizieren, bleibt mir ein Rätsel. Ich bin, wer ich bin. Und ich will mehr sein als nur eine biochemische Rezeptur.

Ja, aber auch beim Hormonspiegel gibt es eben mehr als nur die beiden Polaritäten männlich oder weiblich. Und gerade bei den Homosexuellen zeigt sich, dass sie eben eher wie das andere Geschlecht reagieren. Und trotzdem sind Lesben Frauen und Schwule Männer. Ich möchte mich einfach nicht in die Kategorien einteilen lassen.

Was genau bringt es dir zu sagen, dass Frauen tendenziell kleiner sind? Es gibt eben trotzdem große Frauen und kleine Männer. Was sollen die Tendenzen, wenn man selbst nur eine Stichprobe aus der einen oder anderen Gaußschen Kurve ist? Wenn ich nur eine gezogene Stichprobe bin, dann ist es egal, dass ich vielleicht vom Wesen eher zum anderen Geschlecht passen würde.

Häufig argumentieren die Sexisten, dass bestimmte Verhaltensweisen sich über die Evolution bewährt haben. Doch was genau ist männliches oder weibliches Verhalten? Sind männliche Krankenpfleger weniger männlich als weibliche Soldaten? Wer das große Fass des Biologismus öffnet, den kann ich reinen Wein einschenken.

Verhaltensbiologen haben beobachten können, dass gerade sich das Verhalten von Tieren unterscheiden, wenn der Geschlechtsdimorphismus groß ist. Die Männchen haben dann auffällige Farben oder andere Merkmale, die bei der natürlichen Selektion eher hinderlich sind. Sie zeigen den Weibchen bei der sexuellen Selektion, dass sie so fit sind, dass sie mit den Nachteilen leben können. Die Männchen kümmern sich dann allerdings auch nicht um die Brupflege, sie haben ja schon vorher genug investiert.

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei Menschen deutlich geringer als bei Vögeln oder bei Säugetieren, die nicht monogam leben. Zudem ist das Gehirn bei Tieren, die monogam leben, größer als bei promisken Arten. Und auch beim Sex spielen bei monogamen Arten die weibliche Brust eine größere Rolle als bei anderen Arten. All dies scheint auf den Menschen zuzutreffen.

Und doch ist die Welt nicht ganz so binär, wie sich das manchmal einfacher wäre. Vergleichen wir die Nukleotidefrequenz unserer DNA und unserer nächsten Verwandten, den Schimpansen und den Bonobos, bezüglich der Regionen, die für das Sexualverhalten verantwortlich gemacht werden, dann ist die menschliche DNA dem der Bonobos ähnlicher. Interessant hinzuzufügen ist allerdings noch, dass die sozialen Strukturen bei Bonobos sehr sexualisiert sind, während bei Schimpansen mehr die Macht im Fokus steht.

Ich will mehr sein als die Abfolge von organischen Basen oder das Stativ meiner Genitalien. Ich verstehe das Fixieren auf Biologismus nicht. Ich bin weder Mann noch Frau. Ich bin ein Mensch. Ich identifiziere mich lieber mit Aspekten meiner Persönlichkeit, die ich mir ausgesucht habe. Ich höre gern Musik. Ich bin Metaller.

Dementsprechend suche ich mir auch meine Freunde aus. Metaller sind das vierte Geschlecht. Solange ich keinen Sex mit ihnen haben will, sind mir ihre Genitalien ganz gleich. Und dann kommt es mir so seltsam vor, dass immer mehr und immer schräger gegendert wird. Die Diskussionen ums Binnen-I oder das Sternchen und was es alles sonst noch so gibt. Wofür soll das gut sein? Und wie soll das alles ausgesprochen werden? Es klingt so unnatürlich und für jeden sollte es klar sein, dass alle Menschen gemeint sind. Besonders seltsam finde ich dann das Argument, dass es doch auch verstörend wäre, wenn dein Partner dich mit dem Namen der Ex ansprechen würde, dann würde ich nur kühl antworten, dass ich trotzdem weiß, dass ich gemeint bin. Und der Sex scheint ja so gut zu sein, dass es sich so vertraut anfühlt. Das wäre dann wohl eher ein Kompliment.

4 Kommentare zu „Sex, reiner Wein und richtig gute Musik

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  1. Es sind doch nur die Konditionierungen,

    welche wir ertragen, annehmen und im Sinne derer, die da konditionieren mögen, sogar noch verstärken – anstatt unsere „Intellegenz“ anzu wenden!
    Ja, sie nehmen uns strukturiert und systematisch die Werkzeuge weg (und das Vermögen)
    und installieren gerne so viel Ablenkung und Verführung,
    auf daß wir nicht unser Potential nutzen …

    Weiter einen scharfen Blick, wünsche ich dir,
    auch wenn es „tiefer“ geht,

    Raffa.

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        1. Meine Musik ist mein Leben und je nachdem wie ich mich gerade fühle,m wähle ich meine Musik. Manchmal zitiere ich auch auf dem Blog einige der Lieder, die meine Stimmung ganz gut beschreiben.

          Was mir auffällt ist allerdings, dass ich, wenn es mir schlecht geht, eher deutschsprachige Musik höre.

          Um deine Frage zu beantworten: Meine Musik braucht Tiefe. Sie ist meine einzige Liebe.

          Gefällt 1 Person

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