Weiterüben

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Bild von 5132824 auf Pixabay

Schon damals als junges Mädchen, als ich noch zur Schule ging, war mir klar, dass es die wenigstens Lehrer schaffen menschlich in Ordnung zu sein und fachlich kompetent zu sein. Einige Tage nach dem Scheitern beim Erstversuch fühlte ich, wie versucht wird meine Ecken und Kanten glatt zu hobeln. Betrachtet mit etwas mehr Distanz und einem anderen Blickwinkel fragte ich mich meine Berufung und meine Motivation sind.

Warum ich weiter mache? Ich arbeite gern mit Kindern und ich beschäftige mich gern mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Nachdem ich im kaiserlichen Seminar in den Schatten getrieben wurde und meine Dämonen sich unter meiner Haut eingenistet haben, beschloss ich es noch einmal zu versuchen, weil ich als Dozentin so viel Freude hatte den Kindern etwas beizubringen.

Ich möchte nicht in zehn Jahren mir Vorwürfe machen müssen. Jetzt ist Lehrermangel. Jetzt hast du die Chance es noch einmal zu versuchen. Und das tu ich jetzt, auch wenn ich immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen habe.

Heute habe ich das Buch „Hattie für gestresste Lehrer“ von Zierer verschlungen. Es gab für mich nur wenig neue Erkenntnisse, aber mein Erfahrungswissen bestätigen. Lustigerweise auch, dass von einem guten Lehrer in der Forschung drei Kompetenzen zu erwarten sind: Fachwissen, pädagogisches und didaktisches Wissen. Als kleines unerfahrenes Mädchen hatte ich die Didaktik und Pädagogik nicht unterscheiden können und hatte es zu menschlich zusammengefasst. Interessanterweise beträgt der Faktor Fachwissen des Lehrers nur 0,09. Das ist besonders wenig, wenn wir den Durchschnittswert aller untersuchten Faktoren bei 0,4 betrachten oder 0,0, wenn der Faktor keinen Einfluss hat.

Besonders bedeutsam sind die Faktoren Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus mit 1,44, Bewertung des Unterrichtsprozesses mit 0,9, Klarheit der Lehrperson und Rückmeldung mit jeweils 0,75, die Lehrer-Schüler-Beziehung mit 0,72, das bewusste Üben mit 0,71 und Motivation mit 0,48.

Wenn ich mir die lernwirksamen Faktoren ansehe, die ich beeinflussen kann, dann bin ich bereits auf dem richtigen Weg. Die Prüfungsvorsitzende in meinem Examen bescheinigte mir, dass ich eine außerordentlich gute Schüler-Lehrer-Beziehung habe. Auch meine Ausbilderin in Pädagogik meinte, dass ich für die Gefäße der Sünde ein zu großes Herz habe. Auch über Motivation habe ich mir bereits den Kopf zerbrochen und versuche stets eine Gegenwarts-, Zukunfts- oder Gesellschaftsbedeutung in meinen Unterrichtsinhalten zu finden. Ich versuche bereits Klarheit bzw. der Transparenz einzuüben.

Was jetzt noch fehlt sind die Umsetzung zur Rückmeldung, die ich mir überlegt habe. Dies würde den Schülern gleichzeitig helfen ihr Leistungsniveau einzuschätzen und gibt mir auch mehr Rückmeldung, was die Schüler noch üben müssen.

Heute habe ich gelernt, dass mein Vorwissen wissenschaftlich richtig war. Heute war für mich die Lektüre nicht schwierig, weil ich mich bereits gut in das Thema Rückmeldungen eingearbeitet habe. Meine nächste Selbstoptimierung werde damit beschäftigen wie ich noch besser gemeinsam mit den Schülern üben kann.

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