Selbstoptimierung XVII – Rückmeldung des Lehrers

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Bild von Pete Linforth auf Pixabay

In den letzten Halbjahren hatte ich häufig meinen Unterricht gut vorbereitet, allerdings war es häufig unruhig in meiner Klasse, wofür ich meine mangelhafte Klassenführung verantwortlich machte. Die Klassen wurden häufig unruhig und es wurde häufig unerträglich Unterricht zu geben. Im Examen wurde mir dann noch einmal vor Augen geführt, dass mein Unterricht an den Bedürfnissen der Schüler vorbei gehe.

Gerade als unerfahrene Lehrerin ist es schwierig zu wissen, was Schüler wollen. Mir wurde vorgeworfen, dass ich immer noch zu sehr als Wissenschaftlerin denke statt als Lehrerin. Erst jetzt habe ich die Rückmeldung verstanden. Ich gebe den Schülern zu wenig Rückmeldung. An meinem praktischen Beispiel ist mir bewusst geworden, wie wertvoll gute Rückmeldung ist. Heute habe ich gezielt meine Seminarleiterin in Pädagogik darauf angesprochen und um Literatur gebeten. Beladen mit neuer Literatur mache ich mich nun wieder auf Erkenntnisreise in die Köpfe der Schüler. Wenn ich nicht weiß, was die Schüler wollen, dann muss ich sie fragen. Dieses Vorgehen erfordert allerdings einige pädagogische Kniffe, die ich jetzt vorstellen möchte.

Grundsätzlich können Rückmeldungen von Lehrern oder Schülern gegeben werden, wobei ich mich heute auf das Rückmelden von Lehrkräften konzentriere.

Rückmeldungen gibt es nach Hattie und Zierer auf drei verschiedenen Ebenen. Auf der Ebene der Aufgabe wird beschrieben, welche Aufgaben falsch und welche richtig sind. Künftig werde ich bei den mündlichen Besprechungen auch mehr auf die bereits vorhandenen richtigen Ergebnisse eingehen, um das Kompetenzerleben der Schüler zu stärken. Laut Metastudien ist es sogar das lernwirksamste Instrument für Schüler und Lehrer.

Auf der Ebene des Prozesses können Rückmeldungen gegeben werden, ob konzentriert oder schnell gearbeitet wurden. Auf der Ebene der Selbstregulation wird besprochen, welche Strategien sich als wirksam herausgestellt haben. Die beiden letzten Ebenen waren in meiner Rückmeldung häufig unbeachtet.

Alle drei Ebenen haben noch die zeitliche Dimension der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die in der folgenden Tabelle veranschaulicht werden.

  Aufgabe Prozess Selbstregulation
Vergangenheit Wo zeigt bezüglich der Ziele ein Fortschritt? Wo zeigt sich in Hinblick auf der Leistungsbearbeitung eine Verbesserung? Wo zeigt sich bezüglich der Strategien ein Fortschritt?
Gegenwart Welche Inhalte wurden verstanden? Welche Ziele wurden erreicht? Wie wurden die Leistungen erbracht? Welche Strategien wurden eingesetzt?
Zukunft Welche Ziele sind als nächstes zu erreichen? Welche Hinweise zur Bearbeitungsweise sind als nächstes zu betrachten? Welche Strategien sind als nächstes einzusetzen?

 

Besonders wichtig für eine gelungene Rückmeldung ist, dass sie auf den drei Ebenen stattfindet, damit die Schüler nicht von der Aufgabe auf ihre Persönlichkeit schließen. „Das hast du toll gemacht.“, ist wenig konstruktiv und kann sogar im Sinne der Motivation kontraproduktiv wirken. Die Schüler erledigen unter Umständen die Aufgaben nur wegen des Lobes. Ebenfalls eine schlechte Rückmeldung, wie „Das war aber schlecht.“, ist ebenfalls wenig konstruktiv und hemmt vielleicht wegen des Tadels die Schüler. Unter Umständen wollen die Schüler auch nicht ihren guten Ruf verlieren, wenn sie bereits mehrfach gelobt werden und versuchen Fehler zu vermeiden, wobei gerade Fehler der Indikator für das Lernen schlechthin sind. Erst durch das Machen von Fehlern können wir unsere Grenzen ausloten.

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