Albernes Affentheater

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Bild von Stefan Keller auf Pixabay

Eine ausgeprägte Resilienz ist eine gute Suchtprävention. Wir sollten unsere eigene Wahrnehmung zu uns selbst und die Einstellung verbessern. Dazu gehört, dass wir uns als eine Person wahrnehmen, die man mögen und lieben kann und die bereit ist zu anderen freundlich zu sein. Doch auch wenn die eigene Widerstandskraft erhöhen können, ist der gesellschaftliche Einfluss erheblich.

In meinen Recherchen für den Preis der sozialen Ungleichheiten bin ich auf die Studie von Morgan und Kollegen gestoßen, welche den Einfluss der soziale Status auf die Hirnentwicklung von Strukturen, welche mit dem Glückshormon Dopamin assoziiert sind. Dazu haben sie 20 Affen untersucht, die zuerst einzeln gehalten wurden und danach Gruppen von vier Tieren. Dazu wurde ihre Hirnaktivität der dopaminergen Regionen untersucht. In Einzelhaltung zeigten die Affen unabhängig ihres Sozialstatus eine sehr niedrige Aktivität der Hirnregionen. In der Gruppe erhöhte sich bei den dominanten Affen die Hirnaktivität der dopaminergen Regionen. Bei den unterdrückten Affen blieb die Aktivität der Hirnregionen auf dem gleichen Level.

Im weiteren Verlauf der Studie erhielten alle Affen die Möglichkeit so viel Kokain zu bekommen, wie sie wollten. Dabei beobachten die Forscher, dass die dominanten Affen deutlich weniger Kokain konsumierten als die Affen mit einem niedrigeren sozialen Status. Zudem zeigte das Kokain bei den Dominanten weniger Wirkung als bei den Unterwürfigen. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass die Affen mit niedrigen Status das Kokain als Ausgleich für ihre niedere Hirnaktivität nehmen. Was zunächst wie ein abartiges Affentheater wirkt, wird erschreckend brisant, wenn wir versuchen die Ergebnisse versuchen auf uns Menschen zu übertragen. Studien belegen, dass gerade Menschen aus unteren Schichten zum Konsum von Drogen neigen. Zwar könnten wir ganz in Sinne der Biologie argumentieren, dass ein solches Verhalten biologisch zu begründen sei. Sind wir Menschen tatsächlich nur ein Produkt unserer Gene, welche in natürlicher Auslese der Evolution gezüchtet wird? Sollten wir nicht versuchen die Ergebnisse dieser Studie nutzen, um zu erkennen welche giftige Wirkung das Statusdenken zu hinterfragen und heillosen Hierarchien zu sprengen? Wenn die Hirnaktivität erwachsener Primaten durch die Gesellschaft und damit das Verhalten verändert werden kann, wie affig müssen wir sein, dass wir unser Spiegelbild nur auslachen?

23 Kommentare zu „Albernes Affentheater

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  1. Oh, verzeih,
    ich habe deine Frage nach der Augenlust aus den Augen verloren!
    Diese Lust hat eine gewisse Weite, wie auch andere Ebenen…
    Man kann es zum einen umschreiben als die Lust, welche da geweckt wird durch das Betrachten von Dingen in der Ferne …, welche man nicht besitzt oder noch nicht hatte. Oft unterliegt man dieser Begierde, samt der Verführung.
    Eine gewisse Neugier ist ja ok., doch wenn es dann nur um das „Haben-Wollen“ geht, den „schönen Schein“ und man deswegen daran festhält ….
    So richtet es sich meist gegen sich selbst, wird es zur Manie, müssen halt auch noch andere darunter leiden, wenn wir es auf Teufel komm raus „haben“ wollen.

    Vielleicht kurz abgerissen: Gier, Verführung, gedankenloses „Verkonsumieren“ oder eben einfach nur „Haben-Wollen“, auch wenn wir es nicht brauchen …?

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  2. Wenn wir nur drei Sachen halbwegs in den Griff kriegen!?!
    Ich schreib es mal salopp:
    a) die Freßsucht
    b) die Augenlust
    c) die Selbstsucht/die Hochmütigkeit …
    … dann sehe dieser Planet wohl um einiges anders aus.

    Doch hat man uns an diesen drei Hammelbeinen, dann wird es wohl etwas schwer – auch mit dem Bewußtseinswandel.
    Wie perfide werden wir nur durch Umwelt und vorallem Medien an diese drei Dinge und „Schwächen“ gebunden
    und, wer zum Teufel nochmal, hat da wieder seine Finger im Spiel???

    Alles Liebe,
    Raffa.

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      1. „Deine Alternativen“ sind vielleicht, so ein kleines bißchen, eindimensional und verdamtt kurzgesprungen, wenn man darauf zurück greift, oder?

        Schon mal überlegt und probiert, ob es nicht auch das „Gegenteil“ tun würde??? Liebe und Klarheit!

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          1. Nu, mit dem ersten Schritt weg, aus dem System, weg von den „hohlen“, nicht tragenden Sachen.
            Nun, einjeder hat da seinen eigenen Baustellen und der Weg ist mit Sicherheit ein unterschiedlicher … – doch die Richtung, die Sehnsucht ist dann wieder die gleiche und auch verbindende – findet sich dort auch der Maßstab, welcher für alle fruchtbar ist.

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          2. Wie du schon schreibst, du wirst dadurch zur Rollenspielerin und akzeptiert deren Spielregeln, weil du enen auf dem, ihren Spielfeld stehst und agierst.

            Man könnte noch über dieses Wort „Rolle“ selbst sinnieren – in Richtung „Person“, „Maske“ usw.
            Doch bleiben wir auf der vordergründigen Ebene: Mit Annahme der, dieser „Lehrer_Rolle“ im System machst du doch nur noch einen Job (deren Job) — und bist damit doch mehr als entfernt von deiner „Berufung“ — ergo von dem, was du „wahrlich“ leben kannst, weil du bestimmte Gaben, Fähigkeiten und Talente besitzt, welche jedoch nicht entdeckt, genutzt, gefördert … etc. werden, oder weil sie gar nicht gewünscht sind.
            Und jatzt beißt sich zu allem Überfluß noch die Katze in den Schwanz, weil du ja als Lehrerin (und der einfachen Grundidee dieses Berufes) eben das Potenzial anderer, sprich der Kinder und Jugendlichen entwickeln möchtest! — zum einen scheinst du ergo deiner Berufung nachzugehen, zum anderen darf sie sich jedoch nicht entwickeln (deine Berufung und Fähigkeit), weil das System das nicht gebrauchen kann, weil ….
            Hmm, jaja, die Sache mit der Katze und ein Teufelskreis, nicht wahr? Also, was tun, wenn beide Seite (Du und die Schüler) keinen wirklichen Gewinn davon haben??

            Bleiben also doch die Schritte weg von dem System? in dem Wissen, daß, wenn du weiter machst, nur Papyrrus-Siege bleiben, für dich und die Schüler, jedoch nicht für die „Eliten“ und Strippenzieher im Hintergrund …

            Ergo sind die Schritte weg mit dem gleichzeitigen Suchen nach „Alternativen“ verbunden.
            Wie komisch nur, daß uns diese eine Politdarstellerin semantisch wertvoll?!! immer mit diesen Worten „beglückt“: Dies ist alternativlos!

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          3. Gut, diese Gedanken stimmen so mit dem überein, was ich denke. Ich sehe für mich allerdings bisher keinen Ausweg. Auch wenn ich kleine Bedürfnisse habe, möchte ich mich nicht Sorgen müssen, dass ich überlebe.

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          4. Ja, ich brauche eben Geld selbst um die Grundbedürfnisse zu stillen. Und dafür brauche ich eine Arbeit. Hartz IV macht extrem unfrei. Du musst jede Arbeit annehmen und hast nach einem Jahr Arbeitslosigkeit kein Recht mehr auf Mindestlohn.

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          5. … wenn du eben dich in die Fänge und auf das Spielfeld der „modernen Sklaventreiber“ gehst.
            Was als „Notnagel“ z.B. hilft, ist doch so ein „800 Euronen Job“ bei Netto o.ä. Hast mehr Zeit und auch die HartzIV-Kohle ohne dem System die Gelegenheit zu geben, dich als „Bio-Deutsche“ zu demütigen …
            Der Weg kann nur weg von dem System sein – eine allgemeingültige Bedienungsanleitung gibt es jedoch und glücklicherweise nicht – da darf ein jeder schauen, was und wie er/sie es macht.

            Und wenn man mal schaut, was denn beim Lehrer-Job oder/und bei Hartz IV an Freiheit rauskommt ist es fast wie die Entscheidung zwischen Coca-Cola und Pepsi, oder?

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          6. Ich glaube so ein Job als Supermarktverkäuferin ist schon ziemlich demütigend. Die ganze Zeit an der Kasse Zeit an der Kasse sitze und dann noch Samstags arbeiten zu müssen oder erst spät abends. Das würde mich von meinen sozialen Kontakten entwurzeln.

            Dazu immer noch die Option, dass ich vielleicht entlassen werde, weil jemand anders besserist als ich, würde mir nicht gefallen.

            Ich war mal eine Zeit Dozentin für Schüler aus der Unterschicht. das hatte mir gefallen. Leider war es nur Honorararbeit und in den Ferien war ich wieder arbeitslos.

            Ich hatte ein großes Maß an Freiheit genießen dürfen, aber richtig glücklich machte es mich nicht, daich in den Ferien ständig wieder betteln musste und den Papierkrieg mit dem Amt austragen, war mirzumühsam, besonders wenn ich dann auch noch an meine Zukunft denken muss.

            Bezüglich der Wahl zwischen Coca-Cola und Pepsi scheint es ziemlich gleich zu sein, was du machst. Du bist überall ersetzbar.

            Die eigene Freiheit ist immer ein Preis der eigenen Sicherheit und anders rum.

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          7. Du bist überall ersetzbar – wohl wahr, dieses Mantra läuft j aseit Jahren durch die komplette abeitswelt – nicht nur an der se, dem Fließband sondern auch bei Ärzten, Politikern und auch Lehren, welche nicht spuren …

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          8. … und, watt kann datt?
            Gibst du dir dann ´nen Orden oder erwartest du von Außen diesen Zuspruch??
            Oder was ist, wenn du dann da angekommen bist…?
            Ähh, übrigens, ein jeder und jede ist etwas „besonderes“, die Frage ist, ob wir uns für „etwas Besseres“ halten …

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          9. Wenn ein jeder etwas Besonderes ist,ist es beudetungslos. Das ist schon klar. Ich möchte allerdings etwas besonderes Besonderes sein. Ich möchte einfach mehr sein als ein Zellenhaufen, der im zeitlichen Raum rum diffundiert und keiner sich dafür interessiert,dass es ihn gibt.

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          10. Bist du das derzeit???
            Zumindest bist du in der Lage, Worte, Sätze, Gedanken samt Strukturen hier in die Tastatur und ins Netz zu stellen.
            Hmm, wieso tendieren die Menschen (und auch du?) immer so gerne dazu, vom einem Extrem ins nächste zu schwenken …???

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          11. Gibt auch bei Menschen eine Tendenz zur Mitte. Wo meinst du denn, dass ich von einem Extrem in das Nächste gefallen bin? Sind bestimmt Hormone wegen der Absehbarkeit des Endes.

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    1. Deine Liste hat es ganz schön in sich. Es klingt zunächst relativ einfach. Doch es sind eben die niederen Instinkte, welche immer wieder geweckt werden. Du hast recht, dass es am einfachsten ist bei sich selbst anzufangen, aber eben das setzt Refelektiertheit voraus. Zudem muss man sich unangenehme Fragen stellen.

      Wer will ich sein?
      Was will ich erreichen?
      Welche Bedürfnisse habe ich?
      Und wie kann ich sie erreichen?

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      1. Yepp, scheint auf den ersten Blick nicht einfach.
        Was hälst du, für den Anfang, davon, zu schauen,
        was man denn von den „angebotenen Sachen“ (und Verführungen) denn nicht wirklich brauch´. Dann schneidet man schon mal die Konditionierungen, die Fremdbestimmungen, etc. weg, welche besonders hinderlich sind – auch die Fragen zu beantworten, welche du weiter oben gestellt hast?
        Hmm, natürlich muß man sich von den lieb?gewonnen Dingen, Sachen und auch Weltbildern trennen – doch diesen gewonnenen Platz nehmen dann gerne die „Sachen“, Charaktereigenschaften ein, welche und wahrlich ausmachen und uns „Tragen“.
        Ergo auch eine geistige Ebene höher … die Frage, was bedarf ich wirklich???

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        1. Was brauche ich wirklich ist eine interessante Frage. Ich brauche eine Platz zum wohnen und etwas zu essen. Und dann brauche ich Freunde und Geborgenheit. Materiell könnte ich auf fast alles verzichten. Ich brauche Kleidung und ich habe mich an den Luxus des Internets gewöhnt, weilman dort schnell Informationen und süße Verführungen findet.

          Ich bräuchte Glück, einen Sinn, der mich beflügelt weiter zu machen.

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          1. Nun, dann bist du ja für´s Erste gesehnet – mit dieser Erkenntnis, daß das Materielle nicht den Schwerpunkt bildet – und somit ist Platz, an die anderen Dinge zu gehen.
            Der Sinn ist ergo schon da …
            und ruft „irgendwie“ nach weiterer Vertiefung …

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