Selbstoptmierung XIV – Indikatoren für Lernwirksamkeit

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Heute war mein Unterrichtsbesuch. Die Nachbesprechung erfolgt später, da mein Ausbilder keine Zeit hatte. Werten wir einfach mal gemeinsam den Unterricht aus. Dazu beginnen wir erst einmal mit den Indikatoren, die ich für den Lernzuwachs anlegen wollte.

  • Die Schüler entwickeln ausgehend von dem Bild eines salzstreuenden Menschen eine Problemfrage, welche mit warum beginnt.
  • Die Schüler stellen Vermutungen auf, warum Salz gestreut wird.
  • Die Schüler unterstreichen die wichtigsten Informationen aus dem Sachtext.
  • Die Schüler entwickeln aus den wichtigsten Informationen ein Fließdiagramm.
  • Die Schüler entwickeln aus dem Fließdiagramm einen kurzen Dialog, welche sie in einem Comic fixieren.
  • Die Schüler geben sich gegenseitig Rückmeldung.

 

Tatsächlich konnten die Schüler schon sehr schnell eine Problemfrage formulieren, obwohl das noch nicht eingeübt wurde. Sie haben auch Vermutungen geäußert, die ich hätte fixieren sollen. Sonst stellt sich die Frage, warum ich sie aufgestellt haben lassen. Wie bereits angekündigt werde ich diese Vermutungen mit einem selbst entwickelten Versuch überprüfen lassen. Beim Herumlaufen während der Arbeitsphase habe ich bei den meisten Schülern gesehen, dass sie den Text bearbeitet haben. Wo dies nicht der Fall war, habe ich ihnen meine Lernhilfe gegeben. Dort hatte ich vorher die wichtigsten Begriffe des Textes noch einmal aufgeschrieben.

Auch das Erarbeiten eines Fließdiagramms lief trotz fehlender Übung ganz gut. Die Aufgabenstellung war anscheinend klar. Ich hätte noch einmal transparenter machen müssen, wofür es jetzt gut ist, dass wir den Darstellungswechsel von einem Text zu einem Schema wechseln. Trotz mangelnder Transparenz waren die Schüler bereit mir zu folgen, was vielleicht daran liegt, dass es Oberstufenschüler sind oder dass die Beziehung zu den Schülern in Ordnung ist. Um die Arbeitsatmosphäre aber nicht zu gefährden, werde ich künftig mehr darauf Wert legen, dass die Schüler auch den Sinn in den Aufgaben sehen.

Aus dem Fließdiagramm ist den Schülern gelungen einen Dialog zu formulieren, sodass sie das Fachwissen anwenden konnten. Leider hatte es mit der gegenseitigen Rückmeldung geben nicht wirklich funktioniert. Dies sollte in Zukunft mehr geübt werden.

Generell würde ich sagen, dass die Schüler den Darstellungswechsel vollzogen haben, aber ich hätte noch mehr auf Fachsprache achten sollen. Künftig werde ich die Aufgabenstellung noch einmal besprechen. Dort war verlangt, dass sie auf hohem chemischem Niveau die Aufgabe bearbeiten sollen. Anscheinend war es ihnen nicht klar, dass dazu auch das Verwenden des Fachvokabulars gehört. Bisher hatte ich mehr Wert auf Fachwissen und Erkenntnisgewinnung gesetzt, sodass ich den Eindruck habe, dass sie ihr Wissen nicht so gut anwenden können. Dies würde auch erklären, warum die Rückmeldungen so spärlich kam.

In der Arbeitsphase hatten die Schüler oftmals schon Rückmeldung für ihre Lernprodukte verlangt. Wenn ich in solche Gespräche gehe, verliere ich den Gruppenfokus. Dies führt auch dazu, dass ich nicht ausreichend für eine arbeitsförderliche Lernumgebung lernen kann. Ich muss daher künftig die Phasen mehr von einander trennen. Wenn sie nicht gleich Rückmeldung von mir bekommen, dann hören sie sich unter Umständen mehr zu, weil sie dann ein Redebedürfnis haben.

Abschließen möchte ich die Reflexion mit meinen noch zu entwickelnden Fähigkeiten.

  • Effektive Lernzeit
  • Transparenz bei der Aufgabenstellung
  • Transparenz bei dem Unterrichtsverlauf
  • Klassenführung
  • Schüleraktivierung

 

Die Lernzeit habe ich effektiver genutzt als sonst, aber ich hätte die Aufgabenstellung auf meine Folien ziehen sollen, sodass wir schon gemeinsam über die Aufgaben sprechen können, auch wenn sie die Aufgabenzettel noch nicht haben. Dies würde ebenfalls den Leerlauf reduzieren und damit wäre der Unterricht schwungvoller und weniger anfällig für Störungen.

Die inhaltliche Transparenz war gegeben, wobei der Sinn noch nicht klar genug herausgearbeitet wurde. Künftig werde ich mit Überleitungsimpulse überlegen, welche klären, welche die nächste Phase erklären. Da der Zweck der Aufgabenstellung nicht ganz klar war, war auch die Transparenz bei dem Unterrichtsverlauf nicht gegeben.

Große Schwierigkeiten habe ich noch bei der Klassenführung. Wenn ich allerdings die Phasen mehr von einander trenne, dann sollte es mir auch leichter fallen einen Überblick zu behalten. Künftig sollten die Schüler, nachdem sie mir ihre Aufgaben gezeigt haben, eine Musterlösung bekommen, mit der sie sich dann abgleichen können. Das würde mich entlasten. Vielleicht wären auch Kontrollfragen möglich, womit sie ihr Lernprodukt reflektieren können.

Die Schüleraktivierung muss noch breiter werden. Möglicherweise könnte ich das erreichen durch einen Zufallsgenerator, welcher Schüler drannimmt. Wenn ich ein solches Ritual etabliere, muss ich allerdings darauf achten, dass ich die Schüler nicht verstöre. Unter Umständen führt so etwas zu mehr Beteiligung, aber unter Umständen fühlen sich die Schüler davon auch zu sehr gestresst. Dies könnte die Arbeitsatmosphäre belasten.

Alles in allem würde ich sagen, dass meine Stunde strukturierter war als vorher, was auch daran lag, dass die Schüler mehr mitgearbeitet haben und die Stunde einen klaren Kompetenzschwerpunkt hatte. Allerdings haben sich zwei neue Baustellen aufgetan: Ich muss mehr auf Fachsprache bei den Schülern achten und ihnen lehren einander Rückmeldung zu geben. Das Barometer erholt sich auf 50%.

 

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