Wieder an Deck

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Bild von Andry Richardson auf Pixabay

Das Wochenende war nach dem Grundlaufen etwas kurz, aber ich habe mich jetzt wieder gefangen. Morgen ist ein neuer Tag an Deck. Verwundert bin ich immer noch über das seltsame Ausbildungssystem. Ich habe jetzt etwa 11 Stunden nur daran gesessen meine Gedanken zu dem erstellten Material zu bündeln. Und am Ende kann das mein Ausbilder nicht kontrollieren, was ich über die Lerngruppe schreibe. Ich muss also faseln. Es ist fernab von jeder Realität nach dem Referendariat.

Die 11 Stunden beinhalten nur das Schreiben des Entwurfs. Das Konzept hatte ich schon vorher im Kopf und auch den Text hatte ich schon vorher verfasst. An dem Entwurf werde ich allerdings gemessen, obwohl im Schulalltag keiner mehr diese Abhandlungen verfasst. Welchen Zweck hat es dann einen so umfangreichen Entwurf zu verfassen und diesen dann auch zu bewerten? Sinnvoller wäre das Zeigen von Alltagsunterricht. Mit dem didaktischen Feuerwerk wird der Blick aufs Wesentliche vernebelt.

Doch bei all dem Selbstzweifel habe ich erst einmal beschlossen weiter zu kämpfen. Die Abende an Freitag und Samstag waren wirklich aufbauend. Am Freitag war ich mit einer Kollegin etwas trinken und gestern mit einer anderen spazieren durch die Nacht.

Morgen kann ich meine Chemieklasse zeigen, wo ich meine, dass es deutlich besser läuft als in meinen Biologieklassen. Hoffentlich werde ich morgen bestätigt und habe mir das ganze nicht nur eingeredet, weil es in den anderen Lerngruppen noch schlechter funktioniert. Morgen entscheidet sich in welche Richtung mein Barometer wieder ausschlägt. Aber selbst, wenn ich bei meiner Examensstunde scheitern sollte, hatte mir am Freitag meine Seminarleiterin mit den nautischen Metaphern versprochen mich in diesem Fall auf ein Gymnasium umzusetzen. Allerdings muss ich noch Strategien noch entwickeln mich nicht zu verzetteln. Mehr Notizen machen während des Unterrichts wäre eine Idee, allerdings verzögern solche Notizen auch meine Reaktion. Doch die Zeit muss ich mir nehmen, da sonst meine Struktur über Bord geworfen wird und am Ende komme ich ins Schwimmen.

Aber auch wenn ich fast ausschließlich die Überlegungen zur besagten Stunde angefertigt habe, dann hatte ich trotzdem kurze Glücksmomente. Ich konnte mit meinem Bruder telefonieren und ich habe die zehn Jahre alte Internetzpräsenz meines Ausbilders gefunden. Das war schon wirklich unterhaltsam. Und auch mit einer Freundin haben wir uns lustige Kurznachrichten ausgetauscht.

Morgen entscheidet sich dann, ob mein Schiff ein stolzer Kahn im Sturm der Gezeiten ist, oder ich am Ende doch nur auf einem Papierboot dahin treibe.

 

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