Kommentar zur Wahl in Thüringen #LTWTH19

feet-349687_1920.jpg

Die letzten Wahlen in Ostdeutschland haben eindeutig bewiesen, dass unser Parteiensystem wie wir es kannten an einem Wendepunkt steht. Während sonst üblicherweise zwei Parteien eine Koalition bildeten, um gemeinsam zu regieren, reicht es in Thüringen nicht mal mehr für Rotrotgrün. Die einzigen zweier Konstellationen wären Linke und CDU bzw. CDU und AfD oder Linke und AfD. Diese Konstellationen wurden bisher ausgeschlossen. Und auch die FDP möchte nicht der Mehrheitsbeschaffer für Rotrotgrün sein. Wieder einmal scheint zu gelten, lieber nicht zu regieren als falsch zu regieren.

Dann gebe es noch die Option einer Minderheitsregierung, welche um wechselnde Mehrheiten kämpfen müsste. Das könnte das Parlament stärken und wird auch schon in europäischen Parlamenten umgesetzt. Es scheint wichtiger als zuvor Kompromisse zu schließen, wobei dies vor allem der Propaganda der AfD dienen sollte. Je mehr Parteien sich zu einer Koalition zusammenfinden müssen, desto mehr Ideologie muss geopfert werden, desto mehr Farbe werden die Parteien verlieren. Währenddessen banalisiert die Presse die Wahlkämpfe. Längst geht es nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Personen und die Länge der Balken. Schlussendlich können wir nur noch die Farbe der Schürze unserer Hirten wählen. Wir sind zwischen die Fronten geraten. Der Graben verläuft zwischen oben und unten, aber wir können uns zwischen Kapitalisten und Faschisten entscheiden. Ironischerweise haben die Kapitalisten in ihrer distanzierten Kälte den Faschismus erst entfesselt. Die Wut auf die Eliten ist groß, dass die Demokratie selbst immer öfter in Frage gestellt wird. Nur noch 63 % der Deutschen sind zufrieden mit ihrer Demokratie. Lobbyismus und die Einschränkung unserer Freiheiten im Streikrecht oder durch die Polizeigewalt führt uns in gefährlichen Stechschritten zum Neofeudalismus. Wenn in Thüringen fast jeder Vierte den juristisch bestätigten Faschisten Höcke wählen und sie angeben, dass sie keine Protestwähler seien, dann ist der Faschismus schon weit verbreitet in unserer Gesellschaft. Und plötzlich scheint die Dystopie aus den 80ern von der Zwei-Drittel-Gesellschaft näher da, als uns lieb sein sollte. Während in den 80ern noch das Bild gezeichnet war von der Armut durch Massenarbeitslosigkeit, leben heute schon 19,3 % der Beschäftigten trotz Arbeit in Armut.

Jetzt gilt es Vertrauen wieder zu gewinnen. Zurzeit glauben nur noch 38 % der Bürger an unsere politischen Parteien. Doch gerade aus den Parteien sollen die Politiker rekrutiert werden. Es wird Zeit für eine Redemokratisierung. Es wird Zeit das Feld der Ausbeutung zu verlassen. Es wird Zeit für echte, radikale Demokratie. worauf warten wir noch?

11 Kommentare zu „Kommentar zur Wahl in Thüringen #LTWTH19

Gib deinen ab

  1. „je mehr Parteien sich zu einer Koalition zusammenfinden müssen, desto mehr Ideologie muss geopfert werden, desto mehr Farbe werden die Parteien verlieren…“
    Na wofür diese andere Systempartei in Blau nicht so alles sorgen kann – ist doch erstaunlich.
    Jedoch wird er Thüringer, der alt eingesessene, welcher die böse SED-Diktatur samt Sozialismus und Kommunismus, erlebt hat auch an die sogenannten „Blockflöten“-Parteien erinnert
    und wie schlimm wäre das, wenn diese „Alternative“ davon auch noch Profit schlagen würde …

    „aber wir können uns zwischen Kapitalisten und Faschisten entscheiden. Ironischerweise haben die Kapitalisten in ihrer distanzierten Kälte den Faschismus erst entfesselt…“
    Wie ich sehen muß,
    hast du dich immer noch nicht mit dem Thema „Faschismus“ beschäftigt – der alten ursprünglichen Form und Definition… – sonst …

    Wenn wir ergo nicht checken, wer der Feind ist, wie er vorgeht, wo er sich eingeschlichen hat und was letztendlich sein Ziel ist, dann hilft es auch nicht,
    auf irgendwas zu warten,
    sondern es wird Zeit, Stück für Stück das System zu verlassen.

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Liken

      1. Kapitalismus und Staat
        oder eben Wirtschaft und Staat in ihrer Verquickung sind die alte, Klassische Definition von Faschismus – besonders präsent im „Römischen Reich“, obwohl es schon zuvor diese Verquickung gab. Früher war in der Position des Staates auch die Staatsreligion mit eingebaut!! Heutzutage muß das dann logischerweise auch wieder eingebaut werden – doch auch hier sind ja heftige Tendenzen sichtbar …

        Bei dieser Situation und Definition wird auch der häufig von „Politologen“ genutzte Begriff „Die zwei Seiten einer Medaille “ verwandt, wenn man Sozialismus udn Kommunismus in diesen Bezug betrachtet.

        Jetzt etwas klarer?
        Lieben Gruß,
        Raffa.

        Liken

          1. Liebe Frau Haimart,
            da du desöfteren kokketierst, daß du ja lieber ein Wissenschaftlerin wärst …
            Doch gerne gebe ich dir zum „Einsteigen“ mal zwei Links für den Anfang.
            Natürlich ist es heute schwer, bei den „all-go-rhythmen“, welche da neuerdings verwandt werden (warum nur?), außer den gewünschten Suchergebnissen (wo man die systemgetreuen Ausarbeitungen vorfindet, auf den ersten Seiten – sogar tolle Machwerke für die Kleinsten) etwas tiefer zu buddeln.
            Doch schaut man sich nur die Regierungsapparate der National-Sozialisten und der Kommunstin an, also wie die Reichskanzlei strukturiert war von dem Herrn Hitler und wie das ZK von dem Herrn Stalin …
            welche Lager denn so für das nette oder aber auch unflätige Volk aus dem Boden gestampft wurden, mit welchen Aufträgen und Ausrichtungen die Wirtschaft versehen wurde — na dann muß dem neutralen, wie neugierigen Betrachter doch ein gewisser „Parallelismus“ auffallen.
            Wenn man dann noch wie ein Fahnder an die Sache geht, schaut man auch mal bei der Logistik und vorallem bei der Finanzierung dieser „Bewegungen“ vorbei und kommt über das Faktische auch noch zum „opperativen Geschäft“ oder eben der Frage, wer oder was sind die (Natürlichen) Personen, welche da die „Kohle“ springen lassen.
            Hmm, und wenn man sich die in der Neuzeit (leider beschränken sich die Einträge der Suchmaschinen ja nur auf die letzten 100 Jahre) verwandten Symbole, wie auch die grundsätzlichen Strukturen anschaut, landet man offensichtlich beim „alten Rom“, jedoch geht die „Nummer“ noch tiefer und weiter zurück. Man kann also sagen, daß die Verarsche und die Versklavung der Menschheit Geschichte, wie auch System hat.
            Wenn du jetzt ein kombinierende Wissenschaftler bist, dann kommst du nicht umher, eben diese Strukturen und Parallelen zu erkennen (wobei die agierenden Kräfte natürlich versuchen, daß das „gemeine Volk“ ihnen nicht so schnell auf die Schliche kommt – sie stehen eben eher darauf, daß wir ihnen auf den Leim gehen und verwenden die unterschiedlichsten erprobten wie auch neuen Techniken).
            Ich weiß ja nicht, ob der nun folgende Knabe Verwandtschaft ist, der Ur-ur-ur Großvater von dir.
            Doch in diesem Gepflecht lohnt sicher auch ein Ausflug zu einem gewissen Adam Weishaupt (;-), zu den Konsorten, mit denen er sich herumgetrieben hat, welche er angeleitet hat und mit welchem Ziel und in wessen Auftrag. Tja, es gibt eine Menge zu erforschen, mutig und ohne die Augen zu verschließen -auch auf die Gefahr hin, daß die so toll erlernten und übernommenen Weltbilder beschädigt werden odeer gar im Orkus landen.

            So hier die zwei Links:
            http://www.skriptum-geschichte.de/2011/heft-2/faschismus-und-altertum-die-antike-als-vermittler-der-romanita-im-ventennio.html
            und
            https://www.bueso.de/historischen-wurzeln-gruenen-faschismus

            … und bitte gib den Worten und den Aussagen eine Chance, danach kannst du die Autoren unter die Lupe nehmen, über Referenzen dritter dich zu deren Umfeld schlau machen – denn andersherum verhindert immer objektive Betrachtung und auch Erkenntnis.

            Ergo viel Spaß, Freude und Erfolg (wie vielleicht auch gruseliges Erstaunen) beim Vermehren der Erkenntnisse bis hin zum Wissen,

            Raffa.

            Gefällt 1 Person

          2. Ich stimme dir zu, dass Hitler und Stalin beide faschistsische Strukturen errichtet haben. Allerdings würde ich Faschismus erst einmal nicht mit Kapitalismus gleichsetzen wollen. Bei Gelegenheit werde ich mir noch einmal deine Beiträge ansehen.

            Gefällt 1 Person

          3. Nicht meine Beiträge, nur Links, welche ich in der Schnelle zusammen geklaubt habe.
            Doch stelle dir die Frage, welchen Namen die „Wirtschafts-Kräftigen“ haben, in dem einem und dem anderen System und was wichtiger ist, welche Auswirkungen ergeben sich für die „armen Werktätigen“???, so unter dem klitzenkleinen Aspekt von Eliten und „Masse“ …

            oder auch, wer erteilt wem welche Aufträge, was Verbrauchs-, Konsum-, oder „Kriegsgüter“ angeht, wer schafft (Infr-)Strukturen, wer steuert über Steuern (;-) etc.

            Wie schon mehrfach geschrieben ist die Verschmelzung von Wirtschaft und Staat ein alter Hut und auch eine mitunter gutgetarnte, wie gehütete Definition.

            Trau dich rein in den Kaninchenbau,
            Raffa.

            Gefällt 1 Person

          4. Ja, natürlich braucht der Staat eine fuktionierede Wirtschaft. Diese erkenntnis finde ich jetzt nicht revolutionär. Aber das würde ich nicht als Faschismus bezeichnen, sondern Kapitalismus wie wir es hier haben oder Planwirtschaft in der Sowjetunion.

            Faschismus ist nach meiner auffassung eine Fokusierung auf nen Führer und gesteigertes Interesse an Militär. Aber ich arbeite mir das och mal durch und dann sehen wir weiter.

            Gefällt 1 Person

          5. Verschmelzung von Wirtschaft und Staat – heißt auch Absprachen … in Hinterzimmern, strategisches, planvolles Vorgehen zwischen denen, welche die wirtschaftlichen Ressourcen inne haben, der geistigen Elite (oder eben der geistigen Brandstifter) und den Polit-Marionetten.

            Heutzutage schimpft sich das mitunter G7/8 oder G20, Bilderberger, Club of Rome, Bohemian Grove etc. Die Logen- und Freimauererbrüder und -Schwestern treffen sich jedoch seit Jahrhunderten – auch wenn wir durch Dan Brown und Konsorten glauben oder glauben sollen, daß das nur Fiktion ist. Dieses Konglumerat der Eliten und Mächte gibt es eben seit Jahrtausenden … und sind keine Erfindung der Neuzeit – – auch wenn es neue Namen oder neue Anstriche gibt — und ie Nummer läuft eben jetzt global, auch hin zu dieser „Einen-Welt-Regierung“ u.a. – welche uns ja so toll verkauft und angepriesen wird, seltsam nicht??? und wo doch die bösen, autonomen und autarken National-Staaten so böse sind und die Abwicklung der Welt im Sinne der Eliten nur behindern. Doch die „Neue Linke“ steht mit Blumen am Bahnhof, nicht wissend das sie mißbraucht und getäuscht wird und arbeitet den wahren Faschisten zu.

            Schau hin, zähl 1&1 zusammen und glaube/vertraue dem alten Revoluzzer, der linken Socke, wo Mitglied der Partei war, als es noch Ergebnisse von 48-57 % (z.B. NRW-Landtag) gab.

            Ergo, bitte, links anghauchte Jugen -> Jugend forscht und plappert nicht nach… – auch mir nicht. (;-)

            Danke und liebe Grüße,
            Raffa.

            Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: