Selbstoptimierung XI – Schüler-Lehrer-Beziehung

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Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Bisher konnten wir die schönen Aussichten auf wundervolle Brücken über den Tälern der Unwissenheit bei angemessenen disziplinären Maßnahmen und bei Regeln und Ritualen bewundern. Als Grundvorrausetzung für eine konstruktive Schüler-Lehrer-Beziehung.

Mein Ausbilder in der Biologie behauptet zwar, dass meine Schüler mich mögen, aber bis dahin war es auch ein schwieriger Weg. Immer wenn ich versuche mit den Schülern einen Text zu lesen, dann stellen sich die meisten Schüler quer. Dabei befinden sich diese in der zehnten Klasse an einer Gesamtschule. Zumindest einige von ihnen wollen nach der Gesamtschule aufs Gymnasium und auch für die anderen sollte das Lesen nicht nach der Schule ändern. Noch immer ist die Schrift das Hauptmedium uns in unserer Welt zurecht zu finden. Zwar gibt es auch Fernsehen und Videos, aber diese sind meistens nur zu oberflächlich, um ein tiefergehendes Verständnis zu ermöglichen. Die ausführlichen Schilderungen sind auch im Internetz wieder textbasiert. Ich muss also unbedingt dafür sorgen, dass die Schüler nicht aufgeben, wenn sie einen Text sehen.

Bei meinen Kollegen habe ich immer wieder gesehen, dass die Schüler nur noch Lückentexte zu lesen bekommen und die Texte deutlich vereinfachen. Dieses Vorgehen hat allerdings zwei Nachteile. Erstens kostet es enorm Zeit diese Texte zu finden oder selbst zu schreiben und zweitens gibt es nach der Schule keinen mehr, der für sie diese Aufgabe übernimmt. Sie werden weiterhin interessiert sein an einfachen Antworten. Damit würde ich das systematische Frakturieren und Dekontextualisieren unterstützen und damit meinen Anteil am Demokratieabbau tragen. Einfache Antworten wollen nicht klären, sondern sie spielen nur mit den Instinkten wie Hass und Neid. Keine andere Partei wie die AfD versteht es zur Zeit so gut gezielt zu manipulieren und die Angst vor einem Abstieg der Bürger zu instrumentalisieren. Dabei werden die Parteiprogramme gar nicht mehr gelesen. Das Wirken der Parteien wird nicht mehr kritisch prüfend nachvollzogen. Die Fakten herauszulesen wäre viel zu kompliziert. Es reicht das Image, welches die Parteien versprühen.

Dass die Grünen nur reden und das selbst in verantwortungsvollen Positionen wird übersehen. Dass die AfD in Wirklichkeit eine neoliberale Partei mit Fremdenhass ist, wird nicht wahrgenommen. Es reicht das Image, welches die Parteien versprühen. Um die Zuschauer nicht mit Inhalten zu verwirren, reden von Wahlen wie bei Pferderennen. Wir vergleichen nur die Länge des Balkens zur Sonntagsfrag. Die Politiker eilen wie in einem Pferderennen von einem Etappensieg zum nächsten und werfen dabei die Last der Inhalte ab.

Dieser doch etwas zu ausführliche Gedankensprung demonstriert wie wichtig doch das Textverständnis ist. Ich muss dringend mit meinen Schülern besprechen wie sie einen Text lesen können, schon um unsere Demokratie zu schützen und ihnen das selbstständige Erlesen von Informationen zu ermöglichen. Erst so können sie selbstständig Propaganda entlarven.

Bis dahin ist es allerdings ein weiter weg. Meine Aufgabe ist es nun also ihnen das Lesen von schwierigeren Texten zu ermöglichen. Ich muss meine gute Beziehung zu ihnen nutzen, um ihnen über die Durststrecke bei Texten zu helfen. Ich muss ihnen reinen Wein einschenken, denn nur so können sie den Durst nach Gerechtigkeit stillen.

Damit diese doch sehr hohen Ideale erreicht werden können, muss ich die Beziehung zu den Schülern ändern. Die gute Beziehung, basierend auf Sympathie, muss zu einer konstruktiven Beziehung werden. Sie sollte geprägt sein von Dominanz und Kooperation. Unter Dominanz soll hier meine Führungsrolle unterstreichen. Ich muss durch Selbstbewusstsein auch in der Sprache klar die Erwartungen an die Schüler kommunizieren. Gleichzeitig muss ich aber auch Kooperationsbereitschaft zeigen, indem ich mich auf die Klassensituation einstelle und Interesse an den Schülern zeige.

Wenn ich mein bisheriges Verhalten beobachte, dann bin ich gerade bei dem Thema Dominanz noch deutlich verbesserungswürdig. Ich meine es gut mit meinen Schülern, aber ich muss klarer kommunizieren. Nach den Ferien werde ich daher das Lesen von Texten üben. In der nächsten Stunde werde ich daher die Schüler über die Bedeutsamkeit des Themas Lesen hinweisen und mit ihnen klären, wie sie auch schwierigere Texte verstehen können. Zudem werde ich den Einsatz mit der Klingel noch einmal üben, um eine bessere Lernumgebung zu gestalten.

Im Bereich Kooperation bin ich mit meinem Wirken zufrieden. Dass die Schüler mich mögen, hat vor allem damit zu tun, dass ich mir in den Pausen die Zeit nehme mich mit ihnen zu unterhalten. Wenn ich über den Schulhof gehe, dann werde ich ständig von Schülern angesprochen, die meine Aufmerksamkeit einfordern, weil sie mir etwas zeigen oder mir Fragen zu meiner Person stellen wollen.

Zusammenfassend lerne ich heute, dass klare Kommunikation besonders wichtig ist. Dann wissen die Schüler, was sie erwartet. Dies sollte gleichzeitig meine andere Baustelle, die der Transparenz verbessern.

 

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