Täglich Roboten leben

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Bild von Stefan Keller auf Pixabay

 

Jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk,
wie ein Computer programmiert.
Es gibt keinen, der sich dagegen wehrt,
nur ein paar Jugendliche sind frustriert.

In der Diskussion um das Grundeinkommen wird häufig entgegnet, dass wenn das Grundeinkommen hoch genug sei, niemand mehr arbeiten wollte. Was steckt dahinter für ein Menschenbild? Sind wir wie Maschienen, die nur genügend Strom brauchen, um zu funktionieren? Sind wir so wie Tiere, die genug unter Druck gesetzt werden müssen, damit sie auf ihren (Feudel)herrn hören?

Versuche an Ratten hatten gezeigt, dass sie, wenn sie die Wahl haben freies Essen zu bekommen oder dafür eine Aufgabe zu erledigen, sich eher dafür entscheiden das Essen sich zu verdienen. Dazu hatte Jensen in seinen Versuchen zuerst die Ratten auf eine Fresszeit um 12 Uhr gewöhnt. Sie wurden aus ihrem Käfig in eine Box gegeben, wo sie aus einem Blechnapf fressen konnten. Im nächsten Versuchsablauf wurden sie in eine Box gegeben, wo sie einen Hebel drücken mussten, um Futter bekommen. Dieser funktionierte allerdings nur, solange das Licht leuchtete. Die Ratten hatten dies schnell gelernt. Im weiteren Versuchsablauf hatten die Ratten dann die Wahl, ob sie lieber den Hebel oder den Blechnapf bevorzugten. Von 200 Ratten hatten 199 dafür entschieden sich nicht ausschließlich von dem Blechnapf zu ernähren. 44 % hatten sogar den Hebel bevorzugt, indem sie mehr als die Hälfte ihrer Nahrungsaufnahme aus dieser Quelle nahmen. Fische, Vögel, Affen oder Mäuse verhielten sich auf diese Weise. Nur die Katze bevorzugt den bequemeren Weg zur Nahrungsaufnahme.

Auch wenn möglicherweise das Grundeinkommen negative Auswirkungen haben könnte, können wir den Versuchen entnehmen, dass sich Tiere meistens eben nicht für den direkten Nahrungsweg entscheiden. Sollte unsere Arbeit tatsächlich nur dem Nahrungserwerb dienen, dann stellt sich die Sinnfrage. Ganz gleich ob Ratten oder sogar Schimpansen entscheiden sich eher für einen indirekten Erwerb von Nahrung. Es ist also ein natürliches Grundbedürfnis, welches selbst in den Tieren vorhanden ist etwas für die Nahrungsaufnahme zu tun. Und doch wird unsere Angst um unsere Existenz instrumentalisiert, damit wir Arbeiten nachgehen, die weder Freude bereiten, noch gut genug bezahlt werden, um anschließend eine angenehme Freizeit zu gestalten. Wir arbeiten, um zu konsumieren und wir konsumieren, um das Arbeiten zu ertragen. Aber was ist die Konsequenz?

Ein Ausweg könnte das Grundeinkommen sein. Auf einer Umfrage auf Zwitscher unter 173 Teilnehmern gaben nur 6% an bei der Einführung eines Grundeinkommens nicht mehr arbeiten zu wollen. Selbst bei keiner Notwendigkeit der Existenzsicherung würden immernoch 94 % der Befragten weiter arbeiten. In einer anderen Umfrage gaben nur 56% der Menschen an, dass ihre Arbeit für sinnstiftend ist. Was ist nun die Konsequenz?

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