Vom Vatikan verbitterte Schokolade

 

 

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Sex. Sex verkauft sich gut. Sexismus. Sexismus stärkt das eigene Weltbild, aber diskriminiert andere. Sexismus verkauft sich auch gut. Auch die Werbeindustrie weiß das. In unserer heutigen Gesellschaft ist das Thema Sex schon lange kein Tabuthema mehr. Trotzdem gibt es Ewiggestrige, welche von der Norm abweichende Sexualität ablehnen. Dabei ist Sex süß wie Schokolade und da muss nicht jeder den gleichen Geschmack haben.

Schlimm wird es dann aber, wenn Organiationen dazu aufrufen, die Lehre von verschiedenen Geschmäckern und Identitäten zu untersagen. Es gibt nur zartbitter und weiß. Alles andere ist gegen die Schöpfung. Schon in der Bibel steht geschrieben: Gott schuf die Schokolade als weiß und zartbitter und er sah, dass es gut war.

So werden in Deutschland auch heute noch Pseudotherapien praktiziert, welche die Betroffenen von ihrer Krankheit heilen möchte, um ihnen eine Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen. Wer möchte schon in einer solchen Gesellschaft leben, wo Menschen wegen ihres Schokoladenkonsums verurteilt werden? Es gibt auch Menschen, die sich über ihren Schokoladenkonsum definieren. Hallo, ich heiße Bärbel Weisshaupt, weiße Mitteleuropäerin, und ich liebe weiße Schokolade und das ist auch gut so. Psychologisch ist es vermutlich eine Selbstetikettierung. Sie wurden Jahre lang aufgrund ihrer Liebe diskriminiert und jetzt ist es ein Teil ihrer Persönlichkeit. Es ist jetzt ihr Thema.

Am 10.06.2019 hat der Vatikan eine Stellungnahme zu den Intersexuellen veröffentlicht. Darin wiederholt sie alte Phrasen, dass Gott die Menschen eben als Mann und Frau geschaffen habe und dass diese Dualität auch notwendig sei für Familien. Kinder bräuchten einen Vater und eine Mutter. Begründet wird dies mit der Psychoanalyse. Und damit packt die Kirche Sigmund Freud wieder aus und missbraucht ihn für ihre Demagogie. Demnach könne sich die sexuelle Identität nur entwickeln durch den synergetischen Vergleich beider Unterschiede. Oder einfach ausgedrückt werden Kinder von Homosexuellen selbst homosexuell. Wenn das so wäre, müssten auch Kinder von Heterosexuellen auch immer heterosexuell werden. Fraglich ist warum dieses Prinzip des Erlernens durch Abgucken nicht auch auf andere Bereiche übertragbar ist. Wieso sollten Kinder von Gärtnern nicht auch selbst Gärtner werden.

Der Schwerpunkt der Veröffentlichung liegt bei den Intersexuellen. Es sei falsch sexuelle Vielfalt in den Schulen zu lehren. Genetisch sei das Geschlecht durch die Geschlechtschromosomen XX und XY festgelegt. Bei den wenig unklaren Fällen sollen Ärzte entscheiden, in welche Schublade das Kind gesteckt werden sollte. In den meisten Fällen stimmt das gefühlte Geschlecht, häufig auch als Gender bezeichnet und das biologische Geschlecht überein. Doch es gibt eben auch Fälle, wo Menschen gegen Testosteron immun sind und sich trotz Y-Chromosom zu einer Frau entwickeln. Es gibt aber auch Menschen, die trotz des Fehlens eines X-Chromosoms zu einem Mann entwickeln, weil bei der Herstellung der Keimzellen die Geschlechtsbestimmende Region des Y-Chromosoms durch Crossing-Over an das X-Chromosom angelagert wurde. So etwas kommt auch bei anderen Chromosomen vor und dient der Erhöhung der Variabilität. Nur bei den Geschlechtschromosomen kann das eben schnell zur Sprengung der Grenzen führen.

Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl von genetischen Besonderheiten. Es gibt Menschen mit nur einem X-Chromosom, oder mit XXY, oder XYY. Diese sind äußerst selten, aber sie kommen vor und zeigt offensichtlich, dass es nicht immer so eindeutig ist. Aber selbst, wenn das Schema des gewöhnliche Geschlechts eingehalten wird, dann ist es nicht alles so eindeutig. Jeder Mensch hat Östrogen und Testosteron in seinem Körper. Erst das Verhältnis beider Sexualhormone entscheidet über das Geschlecht. Bei den Konzentrationen gibt es eben doch einen Gradienten. Dort sind die Menschen individuell. Warum ist es notwendig Menschen in ein solch duales System einzuordnen? Beim kritischen Betrachten der eigenen Persönlichkeit wird ein jeder Eigenschaften finden, die eher als männlich oder weiblich einzuordnen sind. Trotzdem kritisiert der Vatikan, dass das Verschwimmen von den Geschlechtsgrenzen abzulehnen ist.

Verwiesen wird unter anderem auf alte griechische und römische Denker, welcher die Unterschiede zwischen den Geschlechtern beschrieben. Dass gerade unter diesen Denkern die Bisexualität modern war, wird in der Schrift des Vatikans verheimlicht. Sie verweisen darauf, dass für die Fortpflanzung stets Männer und Frauen benötigt werden. Leihmutterschaft oder künstliche Befruchtung lehnen sie ab, da es Manipulation am Embryo sei und damit wäre der Körper für wissenschaftliche oder ökonomische Zwecke in den Händen der Wissenschaft.

Ethische Bedenken zur Manipulation der Menschheit sind richtig, aber wo ist der Zusammenhang zu den Intersexuellen? Es ist schwierig für uns vorzustellen, was es bedeutet, wenn sie nicht ihren Körper zeigen wollen beim Schwimmen oder sogar der Toilettengang zu einer Herausforderung wird. Dies sind nur Probleme, von wenigen Menschen. Seit der gesetzlichen Anerkennung des dritten Geschlechts haben sich nur etwa 20 Menschen ihr Geschlecht ändern lassen. Damit ist die Anzahl der Intersexuellen deutlich kleiner als erwartet. Deutschlandweit soll es ungefähr 150 geben.

Das Thema Intersexualität betrifft also die wenigsten persönlich. Warum hat es aber eine solch große Öffentlichkeitswirkung? Auch die AfD hetzt häufig auf Zwitscher gegen Menschen, die sich nicht in die Dualität von Männern und Frauen einordnen können oder wollen. Schlimm seien auch diejenigen, die vielleicht ihr Geschlecht wechseln wollen. Das sei doch genau so wahnsinnig, wie wenn man das Sternzeichen wechseln wolle. Ich weiß jetzt nicht welche Bedeutung du deinem Sternzeichen gibst, aber wenn es dich glücklich macht dein Sternzeichen ändern zu wollen, dann tu es doch. Und warum verdammt sollten mich deine Genitalien interessieren? Genitalien können interessant sein, es kann auch interessant sein an ihnen zu spielen oder noch besser an denen eines anderen. Doch wenn ich Menschen betrachte, dann sehe ich erst einmal nur Menschen und nicht das Stativ woran bestimmte Genitalien befestigt sind. Wenn jemand meint seine Genitalien passen nicht zu seinem Körper, warum sollte er sich nicht neue aussuchen können? Meine Genitalien sind erst einmal meine und ich kann damit machen, was ich will.

Aber vermutlich geht der Zwang alles einzusortieren auf eine viel schwerwiegende Störung zurück. Katholische Geistliche dürfen ihre Sexualität nicht ausleben und es ist kein Wunder, dass sie ein verstörtes, verbittertes, Verhältnis zu diesem Thema haben. Aber auch Konservative, welche sich auch gottgefällig vermehren, halten gern an den Rollen fest. Ein Mann ist ein Mann. Eine Frau ist eine Frau. Vielleicht lief der Persönlichkeitsentwicklung etwas verkehrt? Vielleicht sollte ich auch einfach meinen Freud auspacken. Wem würde es wundern, wenn jemand so viel Scheiße redet, selbst früher Scheiße gefressen hat? Da muss ja etwas schief gelaufen sein in der oralen oder analen Phase. Ein Mann ist ein Mann. Eine Frau ist eine Frau. Ein einfaches Weltbild ist praktisch. Und das darf nicht gestört werden, sonst kommt noch die Systemfrage. Ein Mann ist ein Mann. Eine Frau ist eine Frau. Und diese sollen sich auch so verhalten. Was verdammt ist denn weiblich? Was verdammt ist denn männlich? Und wer legt das fest? Und warum sollten wir uns als Stativ mit Genitalien reduzieren?

6 Kommentare zu „Vom Vatikan verbitterte Schokolade

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    1. Vielen Dank. Ich werde mich bei Gelegengeit dazu noch einmal einlesen. Wenn es einem glücklich macht sein Geschlecht seinem Wesen anzupassen, dann sollte man es machen.

      Was ich mich frage, ist was diese Menschen antreibt? Ich habe mein Geschlecht mir nicht ausgesucht, aber ich denke, dass mein Leben sich nicht groß ändern würde, wenn ich etwas anderes zwischen den Beinen hätte.

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  1. Gehen wir denen wieder auf den Leim, welche den Herrn Freund gesponsert haben,
    die besondere Riten pflegen mit kleinen Kindern ohne weltweit wirklich zur Rechenschaft gezogen werden.

    Sie verwirren mit ihren Worten bewußt und planvoll seit etlichen Jahrhunderten,
    sie streuen Zweifel und verbreiten Dogmen,
    wo wir garnicht glauben, daß sie es tun.
    Sie kreieren Spaltpilze, erschaffen These, Antithese um
    logischerweise auch „danach“ die Synthese durchzudrücken.

    Sie suchen uns zu verblöden, auf daß wir ihr Vorgenen, fern der Lehre,
    nicht erkennen mögen und arbeiten damit etwas gruseligem zu …

    Sind wir mehr und mehr Mut und Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 1 Person

    1. Du hast vollkommen Recht. Ich hatte etwas zu viel Zeit und wollte mich mal wieder den schönen Themen widmen. Sex und so. Und da bin ich eben auf die Propaganda vom Vatikan gestoßen und habe gedacht, dass ich dagegen halten sollte. Unsere Reichweite auf diesem Kanal ist zwar gering, aber mehr kann ich auch nicht tun.

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