#Palmer: ein wütend brauner Kacknado

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Palmer, der Oberbürgermeister, finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die „Deutsche Bahn“ die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat. Welche Gesellschaft solle das abbilden? Der Scheißesturm wurde erwartet und tatsächlich tobte ein erbitterter Kampf um die Deutungshoheit in dieser Debatte. Eine Stunde nachdem Palmer die Scheiße in den Ventilator geworfen hatte, tobte ein wütender Kacknado.

Er hinterfragt die ethnische Zusammensetzung der Protagonisten der Bahn-Werbung, da sie nicht die Gesellschaft repräsentiere. Aber warum sollte sie das überhaupt? Und wenn unsere Gesellschaft tatsächlich durch Zuwanderung plötzlich aus einer Mehrheit von Schwarzen und Türken bestehen würden und die Bahnwerbung würde das abbilden, wäre Palmer dann zufrieden?

Auf der einen Seite heizten die Konservativen den Wirbelsturm an, da solche Bilder die Wirklichkeit verzerrten. Einige plagt sogar der Geist der Überfremdung. Auf der anderen Seite konterten die Liberalen, dass wir in einer bunten Gesellschaft leben und wunderten sich über die Entrüstung. Beide Seiten können offenbar nur verlieren. Auf der einen Seite sind die Deutschen, welche die Gene unserer Wunschkinder am liebsten nach dem deutschen Reinheitsgebot zusammenbrauen wollen und sie vor Überfremdung schützen wollen und auf der anderen Seite, befinden sich diejenigen, die ihre eigenen Wurzeln verraten oder sie nicht als schützenswert sehen.

Wie Palmer schon selbst festgestellt hat, geht es bei dieser Debatte um Identität. Was ist Heimat? In was für einer Heimat wollen wir leben? Wer sind wir?

Auch wenn Palmer recht hat, dass die Bildauswahl der Bahn nicht die deutsche Bevölkerung widerspiegelt. Ist es denn überhaupt das Ziel? Die Bahn zeigt gut verdienende Deutsche unterschiedlicher Hautfarbe beim zufriedenen Bahnfahren. Palmer betrachtet die Bahn-Werbung und zweifelt an der ethnischen Zusammensetzung der Werbefiguren. Warum sollte diesen Figuren deckungsgleich sein wie der deutsche Durchschnitt? Es handelt sich um fünf Fotos und wir Deutsche sind über 80 Millionen.

Bei den Werbefiguren handelt es sich um den schwarzen TV-Koch Nelson Müller, die türkischstämmige Moderatorin Nazan Eckes und der ehemalige deutsch-finnische Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg. Palmer glaubt, die Bahn-Werbung solle die Gesellschaft vielmehr 1:1 abbilden. Besteht das deutsche Volk denn tatsächlich aus knapp 14 Millionen Fernsehköchen oder 14 Millionen Rennfahrern?

Vielen Dank an Feuerbringer für die Zerlegung der Debatte. Das Haimartkollektiv begleitet uns beim täglichen Schwimmen im Haifischbecken. Es ist der Dosenöffner an der Sardinenbüchse der Gerechtigkeit. Es ist ein Stück Heimat.

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