Eine auf Tag geschaltete Nachteule

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Was ist hier los?
Was ist passiert?
Wie kann es sein, dass das hier keinen interessiert?
Was ist hier los?
Was ist passiert?
Soll das so sein, dass hier rein gar nichts funktioniert?
Was ist hier los?

Ich habe keine Kraft mehr mich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Ich ziehe mich immer mehr ins Private zurück und versuche dort mein Glück. Aber bin ich jetzt glücklich? Im Moment klingelt mein Wecker meistens zwischen 6-8.00 am Morgen und ich schleppe mich zur Schule. Mit mehr oder weniger Erfolg unterrichte ich. Dann bin ich etwa gegen 16.00 zu Hause. Daraufhin lege ich mich meistens noch einmal eine Stunde hin und mache mein Nachmittagsschläfchen. Dann versuche ich mich weiter zu motivieren den Unterricht für die nächsten Tage zu planen. Dann arbeite ich meistens bis etwa 20.00. Dann esse ich kurz etwas und setze mich noch einmal vor dem Klapprechner und optimiere meine Entwürfe. Dann ist es 22.00. Ich gehe dann noch einmal auf Zwitscher und informiere mich über das Nachrichten gehen.

Und dann erwachen meine Gene als Nachteule. Ich spüre das Dopamin in meinen Adern beben und ich weiß, dass ich eigentlich ins Bett sollte, aber ich möchte noch meinen Beitrag zu Ende schreiben. Ich atme ein. Ich atme aus. Aber ist das noch mein Leben?

Ja, dazu neige ich immer öfter, dass ich dann mich einfach zurückziehe. Ich sehe keinen Grund mehr zu kämpfen. ich ziehe mich dann zurück ins Private und suche da mein Glück. Ich habe jetzt beruflich mich 450 km von meiner Heimat entfernt und langsam frage ich mich, ob das richtig war. Ich atme, aber leben tu ich im Moment nicht. Im Augenblick bekomme ich mein Leben einiger Maßen geregelt, aber ist es das Leben, welches ich haben möchte? Ich fühle mich wie eine auf Tag geschaltete Nachteule, die einfach nach Hause möchte.

Ich möchte weniger müssen müssen. Allerdings fühle ich mich so vielen Zwängen ausgesetzt, dass es mich unglücklich werden lässt. Im Studium konnte ich mich ganz meiner Leidenschaft frönen zu forschen. Ich habe eine Menge, was ich jetzt tun muss. Vorher war ich Referendarin in meiner konservativen Heimat und das hatte mich kaputt gemacht, Dann habe ich geharzt und musste mich ständig bewerben. Gleichzeitig wurde ich immer abgelehnt. Danach wurde ich Dozentin und fühlte mich wohl. Ich hatte viel Freizeit und viel Freiheiten, aber immer die Angst, weil es nur auf Honorar war, dass mein Vertrag nicht verlängert wird und was ist dann im Alter, wenn ich nur Grundsicherung bekomme? Dann hatte ich nach einer äußerst schweren Entscheidung mich entschieden das Referendariat noch einmal anzufangen, fern von der Heimat. Und jetzt fühle ich mich allein. Und ich frage mich warum tust du dir das an. Und dann sage ich mir, dass ich als Dozentin auch nicht glücklich war. Ich hatte zu viel Freizeit und ich musste in den Ferien zum Amt und musste immer in meiner Heimat bleiben, weil du in den ersten 2 Monate dich voll auf deine Arbeitslosigkeit konzentrieren musst.

Und jetzt? Jetzt konzentriere ich mich aufs ein und ausatmen. Um die Leere in meinem Geist zu füllen, gehe ich häufig exquisit essen. Das Aussetzen der Zwänge muss doch einen Sinn haben. Wir arbeiten, um zu konsumieren und wir konsumieren, um das Arbeiten zu ertragen. Aber was ist die Konsequenz? Wie können wir uns daraus befreien?

Was ist es, wofür ich mich verkaufe? Ist es nur der schnöde Luxus von Elektromedien? Was ist es, was mich an meinen Routinen festhalten lässt? Warum fliehe ich nicht in Drogen?

 

9 Kommentare zu „Eine auf Tag geschaltete Nachteule

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  1. Was mag sich die Eule denken? – über die Menschen,
    welche allzu oft und wieder und wieder auf die falschen Pferde setzen….!

    Im Wald und in der Nacht finden wir Ruhe…
    auch ein Weg, sich selbst und die Weisheit zu finden, welche man bei den Eulen vermutet.

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 1 Person

          1. Dann braucht man jedoch, nach der neuen EU-„Norm“ eine leuchtende gelbe Binde mit drei schwarzen Punkten…

            Die industrielle Produktion läuft schon!!! Doch wir können uns und vorallem die Groß-Industrie überraschen, in dem wir gegen den Mainstream uns wahre Erkenntnis aneignen…

            Autarke, anarchische Grüße,
            Raffa.

            Gefällt 1 Person

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