Die gezinkten Würfel des Glücks

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Heute ist Tag des Glücks. Glück? Was ist Glück? Glück ist, wenn man glücklich ist. Diese kleine Tautologie verdeutlicht, wie schwierig ist diesen Begriff zu fassen. Beim Recherchieren stoße ich schnell auf die Unterscheidung zwischen dem Zufallsereignis und dem angenehmen Gefühl. Das Zufallsereignis könnte ein günstiges Ergebnis beim Würfeln ist. Das Spiel zu gewinnen oder nur den Abend mit Freunden zu verbringen, erfüllt den ganzen Körper mit Freude.

Warum also dieser Tag? Er soll verdeutlichen wie wichtig das Streben nach Glück ist. Es ist von so zentraler Bedeutung, dass es im ersten Gründungsdokument der neuzeitlichen Demokratien, in der amerikanischen Verfassung, erwähnt wird: „Alle Menschen sind gleich geschaffen und der Schöpfer hat ihnen bestimmte unveräußerliche Rechte verliehen, zu denen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören.“ Dabei ist es vollkommen individuell, was als Glück empfunden wird. Zur Feier des Tages habe ich den Wikipedia-Eintrag zum Tag des Glücks gelesen, wo auf einen Focus Artikel verwiesen wird, in dem 10 Dinge enthalten sein sollen, die glücklich machen. Ironischerweise funktioniert diese Verknüpfung nicht mehr. Dann muss halt jeder seinen eigenen Weg zum Glück finden. Aber beim heutigen Tag des Glücks wollte ich mich nicht von einer verwaisten Verknüpfung aufhalten lassen.

Wertungsfrei habe ich dann nach alternativen Zeitungsartikeln gesucht, welche das Thema Glück behandeln. Fündig wurde ich bei der Rheinischen Post. Sie verspricht uns 10 Schritte auf dem Weg zum sofortigen Glück.

Rausgehen!

Nur 20 Minuten am Tag sollen laut Forschern der britischen University of Sussex genügen für gute Laune und gute Augen zu sorgen. In Innenräumen fehlt Tageslicht, welches wichtig für die Augenentwicklung ist. Körpereigene Stoffe verhindern das schädliche Längenwachstum des Augapfels, welches zu Kurzsichtigkeit führt. Daher raten Wissenschaftler jeden Tag zwei Stunden draußen zu verbringen.

Lachen!

Ob vor dem Spiegel oder gemeinsam mit Mitmenschen zu lächeln, soll zu guter Laune führen. Hier könnte aber auch ein Messfehler vorliegen. Wer lächelt hat schon gute Laune. Was bleibt, ist, dass es vielleicht die gute Laune verstärkt.

Konsumieren!

Wissenschaftler der Arizona State University haben jetzt bestätigt, dass Konsum glücklich macht. Besonders wirksam wird es, wenn nach einem schwierigen Tag ein ganz langersehnter Konsumwunsch befriedigt wird.

Metallern!

Laut einer Studie der israelischen Wissenschaftler Maya Tamir und Brett Ford sollen Metaller und Rocker zufriedener sein.

Träumen!

Neben der äußerst geringen Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Zahlen gezogen werden, ist schon das Träumen vom Glück ein Gewinn. Das Träumen allein soll nach Diplom-Psychologe Heiko Ernst uns dazu bewegen sich mit unseren Wünschen und Sehnsüchten auseinander zu setzen. Vermutlich versuchen wir dann auch ohne Lottogewinn diese Ziele möglichst zu erreichen.

Schlemmen!

Ananas, Bananen, Pflaumen und Sushi aus Thunfisch sind nicht nur lecker und gesund. Sie enthalten zusätzlich die Aminosäure L- Tryptophan, die Substanz, aus welcher unser Körper Serotonin herstellt. Neben zahlreichen anderen Aufgaben im menschlichen Organismus gibt es das Gefühl der Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Gleichzeitig reduziert es Angstgefühle, Aggressivität, Kummer und Hungergefühle. Ausgerechnet bei depressiven Menschen ist der Serotoninhaushalt gestört.

Aufstehen!

Das Wissenschaftsmagazin Emotion behauptet, dass Frühaufsteher glücklicher sind als Langschläfer. Verglichen mit einer anderen Studie über Intelligenz könnte der Zusammenhang auch darin liegen, dass Lerchen besser angepasst sind an unsere gleichgeschaltete Gesellschaft. Zudem sind sie häufig dümmer. Und Dummheit soll ja auch glücklich machen. Und gut ficken.

Tanzen!

Forscher der Universität Tübingen konnten nachweisen, dass beim wiederholten, schwungvollen Bewegen der Gehalt des Glückshormons Serotonin steigt: Wir werden glücklicher. Auch dies passt zu den Metallern. Obwohl sie intelligenter sind als der Durchschnitt, gehen sie häufig auf Freiluftfeste, wo sie wohltuende Sonne tanken und wo wird härter getanzt als auf einem Schwermetallkonzert? Das scheint ja so heftig zu sein, dass es den negativen Effekt der Intelligenz ausgleicht.

Ehrenamt!

Glücksforscher unter Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule wollen bewiesen haben, dass ehrenamtliches Engagieren glücklich machen soll. Allerdings kann sich nur jemand ein Ehrenamt leisten, der sein Leben sonst geordnet hat und nicht Angst haben, musss am Ende des Monats entscheiden zu müssen, ob er lieber heizen, wohnen oder essen möchte. Zusätzlich kommen wir beim Ehrenamt unter Leute, mit denen wir gemeinsam lachen können.

Was gemerkt? Nein? Dann bist du auf dem richtigen Weg. Du hinterfragst nicht alles. Du bist leichtgläubig, vielleicht sogar etwas einfältig. Und Dummheit soll ja glücklich machen. Den zehnten Tipp halte ich für so fragwürdig, dass ich ihn weggelassen habe und das ermöglicht jedem selbst sich vollkommen individuell auf dem Erkenntnisweg des eigenen Glücks zu begeben. Vielleicht können wir gemeinsam pilgern.

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