Auf dieser Bühne war ich der Held

denker2
Bild von Justin Martin auf Pixabay

Ich hab geglaubt, das Leben sei mein Spiel.
Doch auf dem Weg zu meinem Ziel
Musste ich lernen, dass auch ich verlieren kann

Mit eiserner Hand führte ich Regie
Strich jede Rolle, die mir nicht gefiel.
Doch wo ein König ist,
Wird stets ein Henker sein.

Doch in letzter Zeit sitze ich lethargisch in meinem Regiesessel, besonders dann, wenn ich zu Ruhe komme und ich realisiere, dass nichts mehr bleibt, wenn ich weiter vor mir fliehe. Aber je mehr ich nachdenke und je mehr ich hinterfrage, spüre ich, dass mir etwas fehlt. Eine Arbeit kann auch ganz angenehm sein. Zurzeit bin ich geringfügig bei einer VHS als Dozentin angestellt. Doch die meiste Zeit bin ich allein. Meine Freunde sind vollerwerbstätig und haben nur abends und an den Wochenenden Zeit. Damit ich möglichst wenig allein bin, plane ich diese gemeinsamen Aktivitäten schon Wochen voraus und bin ständig unterwegs, ohne anzukommen. Ich bin ablenkt, weil mein Verstand doch so energieraubend und motivationshemmend ist. Es ist wie eine Droge. Wenn ich dann wieder doch mit meinem Verstand allein bin, dann kommen die Fragen stärker zurück. Ich muss dann die Welt wieder nüchtern betrachten. Ich bin ein Jahr älter. Ich bin aber weder privat noch beruflich vorangekommen. Ich habe nicht wirklich etwas erreicht.

Was möchte ich noch erreichen? An was kann ich noch glauben? An die Rente glaube ich auch nicht mehr. darum wäre eine Pension als Beamte vielleicht doch der richtige Weg für mich. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Die Pension werden die Politiker, wobei die meisten selbst verbeamtet sind, nicht kürzen.

Was ich erreichen möchte ist, dass ich glücklich bin. Allerdings bin ich das nicht beruflich, weil ich in den Ferien eben immer arbeitslos bin und dann beim Amt betteln muss, wenn ich meine Heimat verlasse oder Urlaub haben möchte, der mir nach meiner Meinung zu steht. Gleichzeitig kann ich nicht langfristig planen, da meine Verträge immer nur halbjährlich verlängert werden. Das schränkt mich in meiner Entscheidung schon erheblich ein. Das hat auch Einfluss auf mein Privatleben. Ich kann jederzeit wieder in die Hartz IV Mühle geraten, wo ich Arbeiten verrichten muss, auf die ich so gar keine Lust habe. Und wenn ich dann doch irgendwann einen Partner gefunden haben sollte, dann werde ich kein Hartz IV mehr bekommen und am Haushalt gefesselt werden. Andererseits möchte ich ihn dann auch nicht ausbeuten, sondern etwas zurückgeben.

Sicherlich wirst du jetzt sagen, dass es zu materialistisch ist, dass Liebe keine Erwartungen stellen sollte, aber ich habe die ja an mich selbst. Ich möchte meinem Partner helfen.

Nein, bei der Liebe möchte ich nichts auf die Goldwaage legen. Doch schlussendlich sollte man sich fragen, ob man stark genug ist die unbedingte Hingabe zu leisten. Hierbei meine ich es nicht finanziell, sondern energetisch.

Ein erstrebenswerter Zustand wäre es, frei zu sein, nichts mehr tun zu müssen. Ich sehe allerdings nicht wie ich den erreichen kann. Ich klinge möglicherweise sehr materialistisch, aber ich kann mir das finanziell nicht erlauben. Zurzeit wohne ich in einer kleinen Wohnung von etwa 22m² zur Miete. Das reicht völlig. Aber bei Einnahmen von etwa 1000€ mit der ständigen Angst in Hartz IV abzurutschen, suche ich nach einer Lösung, die für mich erreichbar scheint. Ich habe lange nachgedacht, was ich machen kann um den Zwängen mich zu entreißen. Aber ich sehe keinen Weg. Lehrerin zu sein macht mir manchmal sogar Spaß. Allerdings sind Schüler oft sehr undankbar, wieso ich den Beruf der Dozentin so angenehm finde, aber das ist freiberuflich und eben nur halbjährlich ohne bezahlte Ferien. In meiner jetzigen Situation spielt Geld leider eine zu große Rolle, aber ich weiß nicht wie ich dem entsagen kann. Ich fühle mich schon als Aufklärer berufen, sonst würde ich gar nicht diesen Blog mittragen. Und ich hoffe, dass ich eben das auch in der Schule kann.

Als Lehrerin habe ich immer versucht meinen kleinen Beitrag zur Verbesserung beizutragen. Gleichzeitig lockt das unfaire System mit den Pensionen. Ich sehe keine Lösung. Ich brauche nicht viel zum Leben. Im Moment fühle ich mich nur passiv und schon von den äußeren Umständen dominiert. Wenn Armut real wird, dann gehen auch die Ideale mal baden. Ich verstehe, dass du hier einen Widerspruch siehst. Und das macht mich ja auch nicht glücklich, aber es kommt leider immer zuerst das Fressen und dann die Moral.

Natürlich versuche ich mutig zu bleiben, weil alles anderes sinnlos wäre. Aber meine Talente halte ich für sehr überschaubar. Ich bin wahrscheinlich zu hart zu mir selbst, aber selbst das Wissen darüber ändert das nicht.

 

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