Vertrieben und geflüchtet aus dem Paradies

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Selbst Tino Chrupalla, der stellvertretende Fraktionsführer der AfD im deutschen Bundestag, schätzt in einer 3Sat Reportage über die vom Volk wahrgenommenen  Machtverhältnisse in Deutschland richtig ein. Weder Merkel noch die Politiker sind die Mächtigen. Während sich die Gesellschaft in linke und rechte Spinner spalten lässt, bemerken wir nicht, dass der wahre Graben verläuft zwischen oben und unten.

Während 1970 in der Realwirtschaft und in der Finanzwirtschaft gleich viel verdient wurden, betrug die Weltrealwirtschaftsleistung 2017 bei 80 Billionen Dollar und ist damit ist nur ein Viertel von der in der Finanzwelt, die bei etwa 300 Billionen Dollar liegt. Neben Banken haben auch Vermögensverwalter wie BlackRock an Einfluss gewonnen. Sie haben Aktien sowohl in DAX Konzernen, als auch in weltweiten Konzernen. Mehr als 6 Billionen Euro verwaltet BlackRock. Das sind mehr als die Haushalte von Deutschland, den USA und Britannien zusammen. Damit einhergehend ist auch die Macht immens. Vermögensverwalter haben mit ihren hohen Aktienanteilen einen großen Einfluss auf die Konzerne, die immer abhängiger von ihren Geldgebern werden und nicht mehr frei ihre Entscheidungen treffen. Die Konzerne bekommen Vorgaben, wie sie noch mehr Profite erwirtschaften können.

Aber nicht nur Vermögensverwalter, sondern auch einzelne Superreiche gewinnen zusehends an Einfluss. Während Normalbürger sich der Langsamkeit der deutschen Bürokratie beugen müssen, reicht die Drohung den Standort der Firma und die damit verbundenen Einnahmen zu verschieben um schneller zu Ergebnissen zu kommen. So brauchen Superreiche mit ihren Projekten ihren Wohlstand nicht anzustellen und schneller ihren Reichtum mehren. Die Finanzwirtschaft ist mittlerweile so stark globalisiert, dass sie wie in einem Einkaufszentrum sich die Geschäfte aufsucht, wo am meisten Profite herausspringen und können so mit einer Wachstumsrate von gut 9% pro Jahr rechnen. Es ist den Großkapitalisten auch nicht zu verdenken, dass sie ihren Reichtum mehren wollen und für die nächsten Generationen sichern wollen.

Das elementare Grundrecht der unantastbaren Menschenwürde, sollte den Staat dazu verpflichten, dass unabhängig vom Einkommen der Eltern ein jedes Kind Recht auf Bildung hat. Es ist keine Frage des Neides, sondern eine der Gerechtigkeit, wenn Kinder von Superreichen vermutlich bessere Schulen besuchen können. Bessere Schulen ermöglichen eine bessere Bildung und damit mehr Macht. Es zementiert sich die Ungerechtigkeiten.

Gleichzeitig veranstalten die Superreichen ihre Wohltätigkeitsgalas, bei denen sie für wohltätige Zwecke Geld spenden. Doch sie spenden nicht nur ihr eigenes, sie können diese Wohltätigkeiten von der Steuer absetzen und so etwa die Hälfte zurückbekommen. Während die Superreichen ohne Verantwortung oder eine demokratisch legitimierte Wahl selbst entscheiden welche Zwecke sie unterstützen, stimmt der deutsche Staat mit den Steuererleichterungen dieser Aktionen seiner eigenen Entmachtung zu. Während die Reichen immer reicher werden, bröckelt es in der Mittelschicht. Häufig reichen zwei Einkommen nicht mehr aus einem Vermögen anzusparen und sich eigene Wohnung zu kaufen. Wird das Vermögen der ärmsten 95% auf einer DIN A4 Seite in einem Koordinatensystem aufgetragen befindet sich in der Ecke rechts Menschen mit einem Vermögen von etwa 1,5 Millionen Euro. Die untere Hälfte hat weniger als 17000€. Doch der reichste Deutsche fliegt mit einem Ballon etwa 6 km über dem Papier. Diese Entwicklung gefährdet unsere Demokratie. Das Volk merkt, dass es nicht mehr die Politiker sind, die entscheiden und wünschen sich mehr junge Menschen einen starken Führer, der diese Entwicklung aufhält. Während Zweidrittel der über 50-Jährigen die Demokratie für wesentlich erachten, sind es weniger als die Hälfte der unter 30-Jährigen.

Die Zeit ist reif für ein wenig mehr Gerechtigkeit. Dafür dürfen wir uns aber nicht in links und rechts spalten lassen. Wir sind die 95% und wir sind mehr. Wir müssen diese Gräben überwinden. Wir sollten dringend nach Lösungen suchen, bevor unsere Demokratie komplett in eine Diktatur des Kapitals verwandelt wird. Der Feind sitzt oben. Wir befinden uns mitten in einer Demokratiedämmerung. Es ist Klassenkampf. Es herrscht Krieg zwischen Arm und Reich. Wir wollten ihn nicht. Wir haben ihn nicht begonnen. Und wir werden ihn wahrscheinlich verlieren.

 

52 Kommentare zu „Vertrieben und geflüchtet aus dem Paradies

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  1. Hmm, bin ja ein bißchen „bräsig“ und irritiert — und fürchte, daß die Truppe hier samt dem Kommisar auch zu den Bremsern mutieren kann.
    Warum:
    „Ein Mensch alleine ist klug und kultiviert“ der Sarkusmus, die Ironie kollidiert mit anderen Aussagen im Lied, wo ich den Tenor vernommen habe: Die Masse ist doof und folgt den immer währenden Falschen(m).
    Es lebe die Einzel-Kultur, dann kann das böse Volk nichts anstellen…– und ist zu dem besser zu kontrollieren!
    Anders herum: ensteht Kultur (und auch Sprache) allein?, in Einzelhaft.

    Kläre mich auf, mag sein, das ich verqueer oder zu negativ denke.

    Anders herum, vieles ist so einfach: intellektuell, semantisch, logisch etc. wie z.B. Wahrheit, Liebe, Anarchie.
    Wahrscheinlich zu einfach, obwohl, viele und erst recht „die da oben“, haben Angst davor.

    Any idea and input?
    Es grüßt der Schwamm,
    Raffa.

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    1. Ich glaube es geht darum, dass wir uns gerade in den sozialen Medien leiten lassen und zu wenig reflektieren. Das Lied ist schon schwierig, aber vor allem interessant.
      Ich frage mich immernoch wer dieses Ich in diesem Lied ist.

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      1. Als alter Verschwörungs… Beobachter könnte man, nein ich, meinen, daß Verwirrung auch gerne als Mittel eingesetzt wird, um das vielleicht etwas wachere Volk beschäftigt zu halten.

        Wahrheit ist eigentlich einfach und in keinsterweise kompliziert.
        Das Gleiche gilt auch für das ICH – dafür dürfen und müssen wir mal zwischenzeitlich still sein
        und eben nicht beschäftigt….

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        1. Richtig, was meinst du, was hier los wäre, wenn das Volk verstehen würde was hier passiert. Aber stattdessen schauen wir lieber auf Flüchtlinge herab und bemerken nicht, wie sich das Großkapital mit CumEx und Ähnlichem unsere Steuerkasse plündert und das System entsolidarisiert. Gleichzeitig wird die Rentenvorsorge privatisiert und wir stürzen uns lachend in das Schwert des Kapitalismus während wir Fremde mit Mistgabeln jagen.
          https://haimart.wordpress.com/2018/10/19/grossdeutschland-den-grosskapitalisten/

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          1. Darf ich eine weitere Sichtweise an den Start bringen? – Kapitalismus UND Kommunismus sind nur die benötigten (und erschaffenen) Gegenstücke der einen Medaille. Mal recherchiert aus welchem Hause die Herrschaften Marx, Engels (auch Campino) kommen. Wer die Kommunisten im Zarenreich gesponsert hat, wer die Geldgeber für die Nationalsozialisten waren (der böse August Thyssen war im Ranking noch so eben in den TOP 20) -> wer die „Inter-Nationalsozialisten“ sponsert. Ich habe mir u.a. angewöhnt den Geldfluß wie auch die Logistik hintern den diversen „Aktionen“ anzuschauen. Da bedarf es etwas Zeit und Energie, sich in den einen oder anderen „Kaninchenbau“ zu begeben und auch, neben dem Staunen ergebnisoffen zu sein.

            Wir leben halt in einem pyramidialen System, ganz gleich unter welchem Label – und die Bauern sind dazu da, dumm gehalten zu werden, damit sie nicht erkennen, daß …

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          2. Schrei im Wald – ich tue das auch des öfteren…
            Wie war das bei Shell und Brent Spar? Was ist mit der Macht der Verbraucher am Markt – klappt doch auch bei den links-faschistischen Aktionen gegen Afdler und Leute, trotz den paar verbliebenen , welche noch selbstverständlich Hotels, Veranstaltungssäale oder auch Erste-Hilfe-Kurse anbieten.

            Warum ergo nicht mal das „ganze Programm“ für ein „heeres“ und nicht Ideologie-verseuchtes Ziel ins Rollen kriegen? – mal so menschlich gesehen, aus der Liebe gar??, wo ich dir recht gebe, daß das viel zu selten geschieht.

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          3. Na, wenn ich gegen die links geortete Regierung demonstriere, sind die bösen Demonstranten doch alle rechts.
            Der Clou jedoch ist, so meine unwesentliche Wahrnehmung, daß es die „vermeintlich“ Linken sind, welche auf dieses politische Kastensystem bauen und pochen – vielleicht auch nur, um jeglichen Widerstand gegen ihre überlegene Ideologie auf eben diese andere Seite zu legen.
            Wenn ich die Linken beim Wort nehme oder aufgrund meines Alters, die althergebrachten Positionen nehme, stehe ich im Widerspruch mit mir (Ex-SPD) und den Grund“ideen“.

            Ich rieche halt den Duft des Faschismus in der linken Ecke, weiter bestärkt durch die Aussage und das Zitat von dem komischen KPI-Italo-Verleger Iganzio Silone.
            Doch wollen wir guter Hoffnung sein, daß wir endlich aufhören, uns mit Farben überschütten oder in die jeweiligen Ecken zu stellen – auch so geht Potenzial für die Gesellschaft/Menschheit verloren.

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          4. Das ist nicht deren Aufgabe, gerade mit dieser Staatsrats-Vorsitzenden! Denn, zum Thema soziale Herkunft, ein Pastoren-Kind in der DDR-Gesellschaft hätte nie Abitur machen können und erst recht nicht in Moskau studieren können, frag mal die anderen Pastoren-Töchter aus dem säkuleren sozialistischen Staat…
            Dies nur ein kleines und doch wichtiges Streiflicht. —
            Als alter Ex-Sozi muß ich nach etlichen Monden konstatieren: Kommunismus und Kapitalismus sind nur unterschiedliche Bilder ein und der gleichen Medaille. Ein Blick in und hinter die Finanzierung der russ. Revolution öffnet Augen, läßt aber zumindest interessante Fragen zurück – Sorry für die Einladung in die Des-Illusionierung.

            Alle Organe dieser Regierung agieren genau so, wie z.B. bei der seltsamen Verabschiedung von Herrn Maaßen (welcher mittlerweile für seine kruden Behauptungen von versch. wie gegensätzlichen Seiten „entlastet“ wurde)-

            Andersherum frage ich mich immer wieder, was mit den vermeintlich „linken“ Idealen passiert ist, die Taten der Linken sind nicht nur vermehrt undemokratisch, tendenziös propagandistisch und identisch mit denen der „Alt-Faschisten“. Was heißt denn Faschismus eigentlich? – Verschmelzung von Staat und Wirtschaft, oder? Hatten wir allerdings auch im Warschauer Pakt – eine Medaille …

            Entspannte Grüße,
            Raffa

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          5. Wenn wir mal endlich wieder eine Klimaverschiebung in den Herzen hätten, wie es schon mal war. Zumindest in meiner Heimatstadt gab es da so einen Unternehmer – 1. Sozialversicherung; 1. Krankenversicherung; 1. Rentenversicherung; 1, Sozialer Wohnungsbau und das, bevor die SPD piep sagen konnte.

            Werte Haimart, ich brauche keinen Staat, der sich um alles kümmert, denn sonst wird der Mensch und seine Fähigkeiten, seine Potenziale verkümmert – eben durch diesen – was ja derzeit auch passiert oder im „Versuchsfeld Ostblock“ schon erlebt.

            Ich bin ja ein Verfechter der Anarchie, da haben wir uns ja noch garnicht hingetraut und die vermeintlich Erz-Linke und Kommunitische Idee wurde ja im Laufe der kommunisten Entwicklung verworfen.
            Da fehlt grundsätzlich etwas oder sollte ich sagen das Essentielle…

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          6. Ich glaube Anarchie ist verdammt gefährlich. Wenn es keine Gesetze mehr gibt um den Menschen zu zähmen, werden wir schnell wieder zu kanabalischen Raubtieren.

            Es ist schön zu sehen, dass es auch Unternehmer gibt, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind, aber ich denke, dass es eher Ausnahmen sind.

            Eine Grundsicherung ist schon wichtig. Ich wäre gern Forscherin geworden um meine Potentiale auszuschöpfen, aber die Unsicherheit und die schlechten Jobaussichten schrecken mich eher ab und ich fühlte mich verdammt Lehrerin zu werden.

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          7. Wer sagt, daß es in einer Anarchie keine Gesetze gibt! Und anders herum, warum glauben wir oder sind wir so konditioniert?, daß wir automatisch zu Raubtieren werden — Wir geben wohl eher „freiwillig“ unsere „guten Energien“ her und lassen uns durch diese „Einsagungen“ lenken – es ist eine Frage der Selbstbewußtheit und Achtsamkeit. Ich gebe dir recht, daß das was sich derzeit zeigt nicht erbauend ist – doch gehen wir so in unserer Familie um, so wir noch eine haben??!!!

            Und was in einer wahren Anarchie alles möglich ist, haben wir bisher auch nicht ausprobieren können und dürfen – dann hättest du deine Berufung auch ausprobieren und leben können.

            Haabe da mal so einiges vorgearbeitet, bei mir auf der Seite, jedoch hänge ich derzeit aus verschiedenen Gründen bei der weiteren Ausarbeitung. Wenn es dich interessiert gib bei mir auf der Seite in der Suchfunktion einfach mal „Anarchie“ ein, da gibt es eine fortlaufende „Serie“ und auch ein paar andere Abhandlungen.

            Liebe Grüße,
            Raffa.

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          8. Ich habe aus meiner eigenen Erfahrung eher ein negatives Menschenbild. Es hängt wohl sehr von der Familie ab, wie dort mit einander umgeangen wird.

            Anarchie könnte uns tatsächlich von einer Menge Zwänge befreien. Allerdings besteht die Gefahr, dass beim Versagen der Anarchie es keinen Notausgang mehr gibt und dann ist das Chaos perferkt. Zudem hänge ich sehr an Gerechtigkeit und Umweltschutz. Und ich bezweifel, dass in einer Anarchie diese Güter erreicht werden können.

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          9. Na, werte Haimart,
            haben wir jetzt einen Notausgang, mit all den existenten oder ehemaligen Polit-, Ideologie- und Gesellschaftssystemen??!
            Wer sagt, daß es in der Anarchie keine Gerechtigkeit gibt? Im Kommunismus, im Kapitalismus hatten und haben wir doch auch Willkür oder habe ich bezüglich dieser Systeme ein „negatives …Bild“?

            Ich laß mal hier bei dir die Katze aus dem Sack, wo ich bei mir auf dem Blog noch hänge —
            Anarchie, darf am Anfang eine Diktatur der Liebe und Logik sein (weil wir ja erst diese Fähigkeiten wieder erlernen müssen) und danach trägt sie sich von allein, auch wenn wir wachsam sein dürfen, daß der alte Neid, die Gier, das Unmaß …etc. wieder Überhand gewinnen.
            Das jetzt nur in zwei Sätzen — jedoch denke ich, daß wir endlich mal diesen Ansatz probieren dürfen, denn es gibt genug auf diesem Planeten und auch in Europa, die die Hölle erleben…

            LIebe Grüße,
            Raffa.

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          10. Aber genau da sehe ich auch das Problem. In meinem Weltbild ist der Mensch neidisch und gierig. Ich befürchte, dass viele sich den Schädel einschlagen würden um geringe Vorteile zu bekommen. Zusätzlich ist der Reichtum sehr ungleich verteilt, sodass beim Schnitt in die Anarchie die Reichen ganz heftige Machtmittel in den Händen halten um ihre Interessen durchzusetzen.

            Du hast Recht auch im Kapitalismus und im Sozialismus gab es willkür. Auch ich wünsche mir eine Hab-Dich-Lieb Anarchie. Doch ich würde es eher Kommunismus nennen.

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          11. Warum hast du dieses „üble“ Menschenbild, auch über das eigene Umfeld hinaus? Weil die Medien das so vermitteln, in ihren diabolischen Endlosschleifen von Mord-TV und Nachrichten. Für meinen Blog wollte ich auch mal spontan zumindest jeden zweiten Tag „positive, menschliche und warmherzige Nachrichten“ einstellen – und habe im Netz mal nach Quellen und Agenturen gesucht -> Fehlanzeige.

            Es ist eher eine Frage der Erkenntnis, der Einstellung und der Menschenliebe und die, die viel Materielles besitzen dürfen auch geistig wachsen – und in Folge dienen. Dagegen steht natürlich der Ego-Trip, der seit Äonen die Gesellschaft und das Handeln zu bestimmen scheint. Halt eine Menge zu tun, heißt auch mal richtig arbeiten, wo, Verzeihung, auch keine „Kuschel-und-lieb-hab-Anarchie“ mal so eben geht.

            Du scheinst ja ein Faible für den Kommunismus haben – ich sehe da nur ein System, daß alles gleichmachen möchte, ergo die Vielfalt und Potenziale einschränkt – jedoch kläre mich eines besseren auf.

            Erlaube mir zum Abschluß hier die Feststellung:
            Bei allen Ideologien, Ethiken, Gesellschaftsmodellen der Neuzeit und nach der Aufklärung fehlt die wichtigste Kraft auf diesem Planeten in den Betrachtungen und Ausführen: Liebe!
            Ein klitzekleiner Lichtblick ist m.E. in Nepal zu finden: Dort steht in der Verfasdsung als Staatsziel – Glück!
            (Das geht aber noch besser)

            Liebevolle, radikale Anarcho-Grüße,
            Raffa.

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          12. Das ist eine sehr interessante Frage, woher mein negatives Menschenbild kommt. Vermutlich hat es mit meinen Erfahrungen zu tun. In meinem Freundeskreis gibt es auch keinen Führer und wir verstehen uns auch super. Ich vertraue denen auch.

            Irgendwie habe ich das Bild, dass die meisten immer nur an sich denken. Und diese Gier macht mir Angst. Und um diese Angst zu bändigen flüchte ich mich in eine Staatsform, die dann darüber wacht. In meiner Vorstellung sollte im Kommunismus auch nicht jeder das gleiche bekommen. Wer mehr Verantwortung übernimmt, oder kognitiv oder körperlich mehr leistet, sollte auch mehr entlohnt werden. Aber wie groß sollten die Unterschiede sein? Dafür habe ich keine Antwort.

            Woher hast du denn dein positives Menschenbild?

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          13. Die Sache mit der Gier- würdest du deiner kranken Großmutter oder deinem Kind das „letzte Essen“ vorenthalten, wenn es die nächsten 5 Tage nichts mehr zu beißen gäbe??

            Woher kommt nun die Gier? Meine persönliche Einschätzung: Beschränktes, reduziertes Denkvermögen und die Unfähigkeit in Kausal-Ketten zu denken, vielleicht.
            Nein gewiß, denn wenn ich 8 Luxus-Autos in der Garage stehen habe, zwei Yachten, drei Häuser oder Luxuswohnungen – ich kann nur eines dieser Objekte nutzen!! Der Image-Gewinn wird mir von außen aufgequatscht – die Sucht nach Profilierung wird genutzt, um Menschen auf den falschen Dampfer zu lotsen…
            Selbstreflektion würde helfen und folgend auch ein Einstehen für ein anderes Bonus-Malus-System – ja, es gibt noch einiges zu arbeiten.

            Mein Menschenbild?
            Tja, das hat sich über etliche Jahre herausgeformt. Trotz negativer Erfahrungen oder aber wegen dieser Lernprozesse. Denn wir haben da etwas in uns, was für mich ganz klar und unerschütterlich ist; Das ist diese bedingungslose Liebe, die Freude und Begeisterung, die daraus folgt. Desweiteren ist es das Wissen um diese atemberaubenden Talente und Befähigungen, welche wir besitzen – wo wir aber nicht unser göttliches Recht diesbezüglich in Anspruch nehmen — wir trauen uns ja mittlerweile selbst am wenigsten zu (selbst Pferde haben größere Köpfe etc.), da sind natürlich noch mehr Konditionierungen, bewußte und natürlich auch unterbewußte, die dafür sorgen, daß wir eben nicht unsere Größe leben und in den Gemeinschaft setzen. Viele sehen auch nicht das Potenzial, dieses unendliche, was sich daraus ergibt -.-

            Du schreibst über Entlohnung, auch hier sind wir an dieses eine Bild der Bezahlung fixiert – eindimensional. Warum muß es immer Geld sein oder etwas Materielles? Gibt es nicht paradoxerweise diese Kreditkarten-Werbung?: „Einfach unbezahlbar! -für alles andere gibt es XY“

            Wir wollen alles in Zahlen, in meßbare Wertigkeiten pressen – wir machen damit Politik und sonstigen Unsinn.
            Herzenswärme, Geborgenheit, Authentizität, Liebe etc. können wir nicht bezahlen — und wir kommen auch so nicht wirklich an unsere Berufung. Es ist doch augenfällig, nur so nebenher: Berufung und Job – was birgt das Potenzial glücklich zu machen, sich UND auch andere? Den Lebenserhalt, das Auskommen zwingt uns, wo wir doch auf dem Planeten und der Wirtschaft absolut genug haben. Warum teilen wir nicht, warum dienen wir nicht? Gier und Neid stehen leider derzeit auf Platz 1 – doch niemand schaut sich wahrlich den zerstörerischen Aspekt dahinter an.

            Und doch weiß ich um das Gute im Menschen, auch wenn es mich zwischenzeitlich zerreißt – da ist Hoffnung, eben auch in mir.

            Schaufeln wir uns frei,
            Raffa.

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          14. Ja, du hast Recht bei einem direkten gegenüber würde jemand kaum das letzte Hemd nehmen. Aber wenn du ihnen gar nicht direkt gegenüber stehst. In Deutschland leben etwa 82 Mio Menschen. Du kannst nicht zu allen persönlichen Bezug haben und würdest vielleicht gar nicht merken, was dein Handeln insbesondere deine Gier für Folgen hat.

            Besonders in der Geschichte der SS oder in mittelalterlichen Folterknechten hat gezeigt, dass es Böses im Menschen gibt. Sogar heute wird in Guantanamo Bay noch gefoltert. Auch der aktuelle Fall Khashoggi bestätigt mein Weltbild.

            All das macht mir Angst.

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          15. Weil wir alle in dieser Angst fixiert werden – durch Kräfte, die sich das seit Jahrhunderten zu Nutze machen.
            Wie groß sind wir wirklich? Haben wir das, einjeder für sich schon realisiert? Groß in der Liebe, der Barmherzigkeit oder lassen wir uns immer wieder stutzen und beschneiden.

            Wie weit ist unser Intellekt? oder tun wir nur „groß“?? Da, wo man seine Aufmerksamkeit hinlenkt, da … ist ein alter Spruch – lernen die Menschen dazu oder haben die weiter Erfolg, die uns in mehrfacher Hinsicht wie Tiere halten?

            Zeit, unser Potenzial und Vermögen abzurufen – und bitte keine Ausreden, denn wie einfach ist es, uns eine „Plörre“ wie „Red Bull“ anzudrehen…
            Das Potenzial der LLiebe ist unerschöpflich, wir jedoch glauben immer noch jeden Quatsch, jede andere „Mohrrübe“, die man uns gnädigerweise hinhält.

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          16. Sorry, noch ein Nachleger:
            Bitte drösel mir diesen einen Satz mal auf –
            „Aber stattdessen schauen wir lieber auf Flüchtlinge herab…“

            Begleitet durch die Frage, wer schaut (und warum herab)?
            Warum sind sie hier? (Ursache-Ursache-Ursache –auch wenn wir nicht an die ursächliche Ursache vordringen können und müssen)
            Was wäre liebevoller und logischer?
            Und wer mißachtet den Volkswillen? z.B. zur Frage des „Afganistan-Krieges“, ähh, dem humanitären Einsatzes – wo bei Umfragen heraus kam, daß 90% der Bevölkerung dagegen sind und waren und die „Quasselbude“ mit 90% für den Einsatz gestimmt hat…?

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          17. Ich halte es für ein Problem, dass wir seit den letzen Jahren nur noch auf die Flüchtlinge schauen und meinen, dass sie an allem Schuld sind. Schon vor der Flüchtlingskrise hat sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter geöffnet. Eigentlich sollten die Flüchtlinge auf unsere Seite sein, aber wir hassen sie trotzdem. Statt an dem Tisch zu wackeln, streiten wir uns unten um die letzten Krümel, die da noch runter fallen.
            https://haimart.wordpress.com/2018/11/07/was-wurde-aus-der-schere-zwischen-arm-und-reich/

            Natürlich kann und soll Deutschland nicht alle aufnehmen. Aber jede Form von Migration abzulehnen und dabei nicht die Fluchtursachen zu bekämpfen, ist menschenverachtend.

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          18. Ich bin ganz bei dir, gerade was deine letzten Zeilen angeht.
            Wo war und ist die vorlaute Linke samt Sympathisanten und Antifanten; weder vor der Ami-, Tommi, Israeli-, Franzmann-Botschaft, nicht vor Krauss-Maffay, HDW und Rheinmetall, weder vorm Kanzleramt oder den UNO-Niederlassungen. Stattdessen wir auch vom Rest der Blockflöten-Parteien 2.0 und den vorgenannten das Schauspiel und der Buh-Mann/-Frau in der eigenen Bevölkerung gesucht.

            Zum einen, warum wird nicht nach dem Verursacher-Prinzip der „Flüchtlings-Strom verteilt – ergo, wer hat welchen Krieg angezettelt, der darf sich auch um die Flüchtlinge kümmern oder der andere hirnrissige Akt über die UNO-Organisationen, welche die Hilfen für die Auffanglager vor Ort halbierten …

            Also wiedermal, viel Arbeit beim Thema Ursache-Ursache-Ursache und hinein in den Kaninchenbau, jedoch auch Hirnschmalz und etwas mehr investieren, um Druck auf die Verursacher und deren Handlanger auszuüben.

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          19. Sicherlich wäre es logisch und gerecht, wenn der Verursacher des Krieges für die Flüchtlinge bezahlen muss. Aber wie genau soll das aussehen? Wenn er sich weigert, muss ihm dann der Krieg erklärt werden? Und wer nimmt dann die Flüchtlinge des Gegenkrieges auf?

            Wirksamer wäre es, wenn wir grundsätzlich nicht mit Kriegsverbrechern und Dispoten handeln würden. Und besonders Waffen sollten an solche inhumanen Bestien nicht geliefert werden. Ach du Schreck, das würde ja Arbeitsplätze in der Waffenschmiede kosten. #UnsereArebeitsplätzefürEuerLeben

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          20. Wir würden dann gar nicht mehr handeln — jedoch wer ist verdammt nochmal und schon wieder „wir“??!

            Die Verbrecher Bush, Clinton, Blair, Merkel, Prinz und König Saud, die Abteilung Lehman & Co (Macron, Draghi,etc., Nethanjahuhu treffen sich ohne uns, hören nicht auf uns und doch lassen wir zu, daß sie uns ausnehmen…

            wie wär es mit: #meineGabenundTalentefürdieLiebe

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          21. Wir sind die Gesellschaft, die sich nicht gegen die Regierung stellt. Natürlich treffen sich die besagten Superschurken ohne mein und dein Beisammensein. Aber sie wurden von uns durch demokratische Wahlen als Vertreter legitimiert. Solange wir sie gewähren lassen, ist auch Blut an unseren Händen.

            Mehr Liebe finde ich auch gut. Aber ich glaube in einer so menschenverachtenden Welt, kann uns nicht einmal ein Friedenspanzer mit Rosenduft retten.

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          22. Demokratische Wahlen, daß ich nicht lache – schlage seit Jahren vor, daß die OECD unsere tollen Wahlen mal überwachen müßte – überhaupt: Bleistiftkreuze auf Altpapier, da sind ja Fingerabdrücke in Papua-Neuguinea besser.
            Nein, man scheißt uns in Gesicht und guckt, wieviel wir noch vertragen können oder ob wir garnichts mehr merken.
            Was sagte der Bundesgerichtshof zu den demokratischen Wahlen seit ´55 – alle ungültig — und was machen unsere heeren Intellektuellen?: Nix, nullkommanix, außer den vermeintlich „Rechten“ Faschismus o.a. zu unterstellen.
            Müssen schon wach werden und mit „Gedanken=Zahlen und Worten“ eine andere „Bewegung“ starten, weg von dem System – nicht dagegen,
            dann kommt der Rosenduft schneller als wir denken können(;-)

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          23. Es sind die Fragen, welche das Unmögliche hinterfragen.
            Wahlbeteiligungen von 105%
            Verschwundene oder „entwertete“ (nicht ungültige) Stimmen
            Stimmen in Fahrstuhlschächten…
            das Netz ist voll davon und selbst wenn der Spruch gilt, „wo Rauch ist, muß auch Feuer sein.“

            Natürlich stimme ich dir zu, seit Rot-Grün 1998 sollte es jedem bewußt sein, erstrecht unter Mithilfe von Seehofers Zitat: Die, die Gewählt sind, haben nichts zu sagen – und die, die das Sagen haben, sind nicht gewählt.

            Jedoch mit dem Schauspiel sind die Wähler beschäftigt und beruhigt und werden so mal wieder ruhig gestellt.

            Viel geiler und erstaunlicher finde ich das fehlende Hinterfragen, Aufgreifen der Thematik: Bundesgerichtshof und ungültige Wahlen seit ´55 – und der eigentlich logischen und rechtlichen Konsequenz für die Legitimation von … Regierungen, „Gesetzen“ und Verordnungen.

            Und sie halten alle still und zeigen stattdessen auf die, die hier Klarheit, Recht und Aufklärung einfordern…

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  2. Guten Morgen Haimart,

    ja es sind da ganz andere Kreise, wo Macht und Geld fließen – und natürlich sind wir nur das Beiwerk,
    die Bauern(Opfer), welche auf dem Feld hin- und her geschubst werden;
    hinter irgendwelchen Flaggen und Parolen – wobei „oben“ stets darauf bedacht ist, uns schön zu teilen.
    Wären wir wahrlich „unteilbar“, als Menschen, als Völker – ginge den Herrschaften die Düse, ergo, da sie noch die diversen Stellschrauben kontrollieren, spielen sie immer noch ihr Spiel mit uns.

    Was jedoch, wie von diesen römischen Senatoren überliefert, wenn wir, die Sklaven alle ein „gelbes Bändchen trügen? – Doch wer will heute sehen, wie sehr wir Sklaven sind – Sklaven ohne Ketten oder wie es Goethe vor gut 200 Jahren zum Besten gab:
    „Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.“

    Bin jedoch der Hoffnung, daß wir die kritische Masse erreichen und auch den hundersten Affen;
    Wie hieß es so schön, bei Esso ?,
    „Es gibt viel zu tun, packen wir es an!“

    In diesem Sinne und reichlich Liebe im Gepäck,
    Raffa.

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    1. Wir brauchen keine Freiheit, sondern nur das Gefühl. Und die Teilung funktioniert im Internetzeitalter mit den Filterblasen besser denn je.

      Ihr seid gelähmt von der Sucht nach immer mehr Und jeder klare Gedanke fällt euch schwer.
      Doch ich verrate euch, was ihr noch nicht wisst:
      Dass dieser Weg das Beste für euch ist!

      Ein Mensch alleine ist klug und kultiviert
      Die Masse aber dumm und unkoordiniert Im Zweifel denkt doch ein jeder nur an sich Verschließt die Tür und lässt den Rest der Welt im Stich

      Liken

  3. Eine kleine Ergänzung noch zum Thema Spendengalas: Das Problem ist nicht nur die (in Teilen) bestehende Absetzbarkeit der Steuern beim Finanzamt, denn auch eine zur Hälfte gespendete Summe bewirkt Großes und an Progressionen wird sich da auch nichts verschieben, sondern vor allem auch die Verteilung von Geld und die damit verbundene Frage: Kann es richtig sein, das Superreiche entscheiden, wo Geld gebraucht wird statt der Staat, wo finanzielle Mittel an allen Ecken und Enden (Bildung, Pflege, Verkehr, Rente…) fehlen?

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