Wähntest du etwa, ich sollte das Leben hassen? In Wüsten fliehen?

highway-1209547_1920 Nach welchem Strohhalm soll ich greifen? Wird er mich tragen können? Möchte ich wirklich bis zum Ende meines Lebens Lehrer sein? Kann ich wirklich bis zum Ende meines Lebens Lehrerin sein? Wohin soll meine Reise gehen? Und warum bin ich überhaupt unterwegs? Frauen stellen sich öfter solchen Fragen als Männer. Was zählen solche Rollenbilder? Was bleibt bin ich. Und ich bin im 21. Jahrhundert.

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen abgesehen von der körperlichen Konstitution ist nach Metastudien nur in der Häufigkeit der Selbstbefriedigungen zu finden. Ist es denn nicht krank sich über die Häufigkeit zu definieren und den Rollenbildern entsprechen zu wollen? Bin ich nicht vielleicht doch krank, weil ich mir genau über so etwas Gedanken mache? Bin ich denn wieder gesund oder möchte ich nur gesund sein um meine Erwartungen in der gleichgeschalteten Gesellschaft zu erfüllen? Was bleibt bin nur ich, ein Tor der seinen Schatten abschwor. Geholfen hat es nicht, was bleibt bin ich. Meine Psychologin ist überzeugt, dass ich bestehen könnte als Lehrer, wenn ich es denn möchte. Ich könnte eine gute Lehrerin sein. Aber möchte ich? Ich habe Rückenwind aus meiner letzten Vertretungsstelle. Was ist, wenn sich der Wind wieder dreht? Was ist die Alternative? Ich habe immer wieder versucht mich als Wissenschaftler zu verkaufen. Kein Erfolg. Jetzt noch wirklich eine Ausbildung. Als was denn? Und dann immer noch mein soziales Gewissen: Ich möchte mich noch leiden können. Ich möchte nicht wieder zu viel von mir aufgeben. Und dann immer meine Angst allein zu sein und versagt zu haben. Ich fühle mich wie ein herrenloser Köter und weiß nicht wohin. Leeren Herzens, hohl im Geist weiß ich kaum noch wie ich heiß. Das Leben sollte mehr bieten. Zähne putzen. Pullern. Ab ins Bett. Irgendwann mal was Essen und einen Sinn finden. Doch nach einem Sinn zu suchen, habe ich schon lange aufgegeben. Ich bin doch nicht das Galileo Mystery Team und suche nach dem heiligen Gral. Wir können Ihnen sagen, wo der heilige Gral ist gegen eine Zahlung von einer Million Euro. Vorsicht Aiman, das ist eine Falle. Das Krokodil steht hinter dir. Und jetzt? Jetzt wurdest du abgesetzt.

Wenn ich nicht das Galileo Mystery Team bin, wer bin ich dann? Ich hatte versucht ein Teil von Seehofers Social Media Team oder Verfassungsschützer zu werden. Vielleicht sollte ich nicht versuchen ein Teil eines Teams zu werden, sondern allein versuchen die Welt ein Stück besser zu machen. Wo kann man das im Kleinen besser erreichen wie als Lehrerin? Ich könnte Menschen formen nach meinem Bilde, ein Geschlecht das mir gleich sei, zu denken, zu weinen, zu genießen und zu freuen sich und die Verhältnisse nicht zu achten. Wie ich!

31 Kommentare zu „Wähntest du etwa, ich sollte das Leben hassen? In Wüsten fliehen?

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  1. Ich finde die Frage „Will ich wirklich bis zum Ende meines Lebens …“ ziemlich toxisch.
    Ich meine: Der Rest deines Lebens ist immer ein Tag nach dem anderen. Stunde um Stunde. Minute um Minute. Die Fragestellung lässt diesen Riesenhaufen Leben auf einmal auf dich einprasseln. Wer ist schon einem ganzen Leben auf einmal gewachsen? Die Frage führt dich nicht weiter.
    Wie war der heutige Tag? Der gestrige? Wie wars vor ner Woche? Nem Jahr? Da sollte man eher ne Antwort auf seine Zukunft fühlen, als sich selbst gleich unter einem ganzen Leben zu begragen.

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    1. Vielen Dank für die aufbauenden Worte. Aber auch heute etwa knapp ein Jahr nach dem Verfassen dieses Textes, geht es mir nicht anders. Mein Schatten ist wieder da. Und dabei zerreißt mich mein eigener Idealismus: Ich stehe mir selbst im Weg. Auf dem Weg zur Zufriedenheit wurde ich auf die Bedürfnispyramide von Maslow aufmerksam. Mittlerweile habe ich nur noch Schlaf und ab und zu mal was richtig leckeres zu essen.

      Für das nächste Halbjahr habe ich mir dann einiges vorgenommen. Dazu gehört es auch wieder mehr unter die Leute zu gehen. Ich möchte mir kleine Ziele setzen, aus denen ich Kraft schöpfen kann.

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    2. Von Augenblick zu Augenblick leben fällt mir schwer. Ich hatte als Dozentin abgesehen von der Sinnfrage ziemlich alles, außer eine Zukunft und einen Sinn. Es gefiel mir nicht nur auf Honorararbeit angestellt zu sein, auch wenn es eine große Freiheit war. Aber dieses Leben im Augenblick kostete mir gefühlt meine Zukunft. Wenn alles läuft wie bisher, hätte ich so weiter leben können. Was ist aber wenn das Projekt, bei dem ich beschäftigt werde, eingestellt wird? Den Lebensunterhalt von der Zuverlässigkeit der Schüler abhängig zu machen, schien mir doch sehr gewagt. Wenn sie keine Lust haben, krank sind oder nur Ferien müsste ich zum Amt. Gleichzeitig zahle ich dann nur sehr wenig bis gar nichts in die Rentenkasse ein. Und was ist, wenn ich krank werde. So schön die Zeit auch war, darf ich nicht vergessen, dass es nur eine Scheinfreiheit war. Denn selbst wenn alles nach Plan verläuft, sind die Schüler aich irgendwann fertig mit der Schüle. Meine Einnahmen als Dozentin beliefen sich zwischen 0-2000€ je nach gegebener Stundenzahl. Ich brauchte halt etwas, wo ich mich festhalten kann. Möglicherweise ist das Lehramt so etwas. Vielleicht kann es mein Grundeinkommen sein.

      https://haimart.wordpress.com/2019/07/02/truemmern-der-beduerdnispyramide/

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  2. Ohh, gottgleiche oder diktatorische Anwandlungen?
    Du möchtest kleine Seelen formen, nach deinem Abbilde, welches gar zwischen Adolf und Josef S. aufgebaut wurde.
    Verzeih, sollen dann diese kleinen Seelen werden wie du?
    „Und warum bin ich überhaupt unterwegs? Frauen stellen sich öfter solchen Fragen als Männer.“
    „Bin ich nicht vielleicht doch krank, weil ich mir genau über so etwas Gedanken mache?“
    „Was bleibt bin nur ich, ein Tor der seinen Schatten abschwor. Geholfen hat es nicht, was bleibt bin ich. “
    „Ich habe immer wieder versucht mich als Wissenschaftler zu verkaufen. Kein Erfolg.“
    „Und dann immer meine Angst allein zu sein und versagt zu haben.“
    „Leeren Herzens, hohl im Geist weiß ich kaum noch wer ich bin. Das Leben sollte mehr bieten“

    Verzeih mir den klaren Spiegel, doch, und dafür wünsche ich dir von ganzem Herzen Mut, Vertrauen und Zuversicht, schaue doch bitte in dich selbst, was wahrlich dein Herz singen läßt! Was dich in dich vertrauen läßt, wenn du voller Begeisterung und Kraft Dinge tust, die Dein sind, weil du deinen Talenten und Potenzialen folgst, mit Freude, mit Überschwang, mit Selbstvertrauen, mit Gewißheit und dadurch deine Berufung findest. Da, auf diesem Weg dürfen auch Fehler gemacht werden, denn die gehören definitiv dazu, auf dem Weg der Weiterentwicklung und der eigenen Potenzial-Entfaltung – und ergänze das, was „da“ fehlt und gehe wieder ein bißchen schlauer und weiser weiter – habe den Mut, das Große in dir zu leben – und natürlich vorab zu entdecken.
    Das darf, vielleicht muß es gar, in Demut geschehen – denn vor dem Fall steht der Hochmut…

    Mach aus deinem kleinen Kämmerlein Schritt füt Schritt ein großes Kämmerlein und nimm dein Licht unter dem Scheffel weg – Schritt für Schritt, du läufst ja auch keinen Marathon ohne Vorbereitung, ohne Vorab-Schweiß, nicht von 0 auf 100!!!
    Habe Geduld, vorallem mit dir, doch schiebe die Ausreden weg, die Limitierungen und auch die Selbstbeschneidungen, welche man von außen in dich reingetragen hat! Du wirst flott merken, daß du dir das wert bist und wirst weiter wachsen.

    Vielleicht wirst du dann zu einem Lehrer, nach all den Lektionen, den Tränen, den Anstrengungen und dann weist du auch, daß du niemanden formen mußt, erst recht nicht nach deinem Abbild.
    Sonst haben wir keine „bunte und vielfältige Welt, sondern nur „Klone“ und Clowns von …

    Willst du das?

    Mach den ersten Schritt, hab Mut, scheiß auf das was dir andere oder auch deine Psychologin sagt, sonst wirst du selbst ein Abziehbild oder ein Klon.
    Entdecke dich in Demut und wachse deiner wahren Größe entgegen…

    Heißt auch, daß du nicht zu viel auf meine Worte gibst!
    In diesem Sinne,
    alles Liebe,
    Raffa.

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    1. Es ist die Synthese, die sie ergeben hat aus totalen Selbstzweifel und dem Wunsch etwas zu verbessern. Ich würde allerdings eher zum Göttlichen greifen wollen, im Sinne Prometheus. Wie er den Menschen Feuer gegeben hat, möchte auch das meine Schüler sich an Erkenntnis erfreuen und eben das System in Frage stellen. Das soll mein Beitrag für eine bessere Welt sein. Das ganze ist eben eher metaphorisch gemeint. Auf das die Grenze zwischen Herrschenden und Beherrschten fallen möge. Auch ich habe Fehler, ebenso wie der besagte Halbgott, der sich mit den Göttern angelegt hat und jetzt jeden Morgen sterben muss, obwohl oder eben weil er unsterblich ist.

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      1. Na, wir alle sind doch Halbgötter oder mehr, da nach dem Abbilde Gottes geschaffen – „und immer wieder aufstehen und sagen es geht doch“, haben wir doch gebucht, um auf dem Erkenntnis-Prozeß nach vorne zu schreiten. Ich würde mich auch freuen, wenn die „Herrschenden“ im Herzen erkennen, daß sie Größe, Reife und ihre Potenzial-Entwicklung zeigen können und würden, wenn sie im übertragenden Sinne den Beherrschten die Füße waschen. Doch wer liest denn noch in dem einen Buch, versteht und handelt danach? Selbst wenn man nicht glaubt, gibt es dort für jeden eine Wahrnehmung und auch Erkenntnis der besonderen Art. Doch selbst „die da oben“ sind doch etwas mutlos und der Wunsch zu reifen ist definitiv entwicklungsfähig.

        Wir werden mit Freude und Freunden in die Hände spucken … und unweigerlich staunen.

        Auf geht´s,
        Raffa.

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          1. Auch bei den „Reichen“ soll man nicht die Hoffnung aufgeben, daß sie wahrlich reich werden und zu Erkenntnis kommen – liegt jedoch an dem krampfhaften Festhalten und der Fokussierung auf die Eindimensionalität.
            Eigentlich müßten wir alle wachwerden, so diese Ausrichtung nur Leid für alle und einwenig Linderung für wenige schenkt.
            Auf den Trichter zu kommen erfordert grundsätzlich wenig Grips – ein Hindernis ist es wohl, über seinen eigenen Schatten zu springen…

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  3. Pingback: Gefallener Engel
  4. Eigentlich wollte ich gar nicht Lehrerin werden. Ursprünglich wollte ich mit meinem Biologiestudium Forscherin werden. Gleichzeitig hatte ich aber auch auf Lehramt studiert. In meinen Schulpraktika habe ich dann gesehen, dass mich unterrichten erfüllt und ich Spaß am Unterrichten habe. Ich musste gegen einige Mauern der Ungerechtigkeit laufen und die einzige Hand die mir gereicht wurde, war die kalte Hand des Marktes. Ich möchte gegen Ungerechtigkeit kämpfen. Aber je mehr ich mich damit befasse, desto mehr wünsche ich mir nie damit angefangen zu haben.
    https://haimart.wordpress.com/2018/10/12/die-kalte-hand-des-marktes/

    Liken

  5. Ich habe keine Ahnung, wie es heute in Schulen läuft. Aber es ist sicher nicht einfacher geworden, seit ich meine Schulzeit 1996 beendet habe.
    Aus welchen Gründen bist du denn Lehrerin geworden? Wo sind inzwischen deine Visionen und Wünsche diesbezüglich geblieben? Schau in dein Herz. Es ist nicht leer. Es ist vielleicht nur verschlossen, weil Hinschauen zu schmerzhaft sein könnte. Integriere deine Schatten, anstatt ihnen abzuschwören.
    Nutze dein Wissen und deine Erfahrungen aus deinem Lehrersein und suche nach Alternativen zum gängigen Schulsystem. Vielleicht kannst du dich für die Reformierung des Schulsystems stark machen. Prof. Gerald Hüther ist dir sicher ein Begriff. Frage dich, was du willst? Wie willst du leben? Was willst du verändern?
    Veränderung bedeutet immer Loslassen von Altem. Aber dafür bekommst du auch etwas Neues. Und dieses Neue kannst du selbst wählen und gestalten.

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